Metall- und Elektro-Industrie hat seit 2019 fast 350.000 Arbeitsplätze verloren
von Hubert Hunscheidt
Nach Daten des Statistischen Bundesamtes waren im August 2026 in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) 3,72 Millionen Beschäftigte tätig. Saisonbereinigt sank die Beschäftigung den 35. Monat in Folge. Im Vergleich zum Vorjahr gingen 94.100 bzw. 2,5 Prozent der Arbeitsplätze verloren.
Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer: „Seit 2019 summiert sich der Abbau in der M+E-Industrie auf fast 350.000 Stellen. Die M+E-Produktion ist aber fast doppelt so stark geschrumpft wie die Beschäftigung. Trotz des Personalabbaus hält die Unterauslastung daher unvermindert an. Ohne eine baldige Trendwende sind weitere 300.000 Arbeitsplätze in der M+E-Industrie bedroht.“
Die Auftragsbestände in der M+E-Industrie wurden im September 2026 nochmals schwächer bewertet. Damit wird die Auftragslage schon seit über drei Jahren negativ bewertet. Daher waren auch die ifo-Personalpläne für die M+E-Industrie weiter im negativen Bereich. Im September planten 24 Prozent der M+E-Unternehmen einen (weiteren) Personalabbau, während nur 11 Prozent ihr Personal aufstocken wollten.
Kroemer: „Damit die Unternehmen wieder am Industrie- und Produktionsstandort Deutschland investieren und somit Arbeitsplätze sichern können, müssen Steuern, Bürokratielasten, Energiepreise und Arbeitskosten sinken. Die Bundesregierung muss jetzt die Reformen liefern, die sie seit Monaten versprochen hat. Dazu gehören vor allem das Stabilisieren und langfristige Rückführen der Sozialversicherungsbeiträge auf 40 Prozent sowie die Reform des Arbeitszeitgesetzes mit der gesetzlich verankerten Wochenarbeitszeit ohne Tarifvorbehalt sowie dem klaren Bekenntnis zur Vertrauensarbeitszeit ohne Zeiterfassung. Wer jetzt noch auf der Reformbremse sitzt, treibt den Arbeitsplatz- und Wohlstandsverlust in unserem Land weiter voran.“
Quelle: Gesamtmetall | Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie e.V. / Foto: marketSTEEL