Metall- und Elektro-Industrie: Auftragsplus von 6,5 Prozent im November 2025
von Hubert Hunscheidt
Die Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) erzielte im November 2025 ein Auftragsplus von 6,5 Prozent zum Vormonat. Dies war der zweite Anstieg in Folge. Im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich ergab sich ein Zuwachs von 5,8 Prozent. Allerdings war das Plus vor allem auf Großaufträge aus dem Verteidigungsbereich zurückzuführen. Ohne den sonstigen Fahrzeugbau gab es nur eine leichte Stabilisierung von 0,9 Prozent.
Damit bleibt die mit rund 3,8 Millionen Beschäftigten größte deutsche Industriebranche weiterhin in der konjunkturellen Talsohle. Das zeigen auch die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Produktionszahlen für November 2025. Zwar stieg die M+E-Produktion ebenfalls um 2,8 Prozent zum Vormonat, allerdings lag das Produktionsniveau im gesamten Jahreszeitraum Januar bis November 2025 1,4 Prozent unter dem Vorjahr. Gegenüber dem Vorkrisenniveau von 2018 liegt die M+E-Produktion 13 Prozent zurück.
Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer: „Der Standort braucht umfassende Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Nachdem im 3. Quartal 2025 das 10. Rezessionsquartal in Folge verkraftet werden musste, zeigen einzelne Konjunkturdaten für Herbst 2026 vorsichtige Hoffnungssignale. Allerdings kamen die Impulse fast ausschließlich durch einzelne staatliche Großaufträge und Vorzieheffekte infolge neuerlicher Unsicherheiten. In der weit überwiegenden Mehrheit der M+E-Unternehmen herrscht dagegen weiterhin Tristesse. Die Auftragsbestände werden desolat bewertet. Produktions- und Investitionspläne sind abwärtsgerichtet. Das Geschäftsklima ist wieder rückläufig.
Für eine nachhaltige, selbsttragende Konjunkturwende muss jetzt die von Bundeskanzler Friedrich Merz richtigerweise genannte Priorisierung von Wirtschaftswachstum und privaten Investitionen durch die gesamte Bundesregierung erfolgen. Die Politik kann vieles und muss jetzt alles dafür tun, um die privaten Investitionen in Deutschland wieder zu steigern. Denn nur so können Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Einkommen gesichert werden. Alles, was diesem Ziel zuwiderläuft, allen voran mehr Bürokratie und weitere Kostenbelastungen, muss unterbleiben. Stattdessen braucht es schnellere Entlastungen und eine Rückbesinnung auf die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft. Der Aufschwung der Wirtschaft ist für beide Regierungsparteien elementare Voraussetzung dafür, im Urteil der Wähler zu bestehen.“
Quelle: Gesamtmetall / Foto: marketSTEEL