Mesabi Metallics plant gigantisches Stahlwerk für 15 Milliarden Dollar in den USA

von Hubert Hunscheidt

Mesabi Metallics, ein Unternehmen der indischen Essar Group, hat am 28. September im Weißen Haus ein Investitionsvorhaben von außergewöhnlicher Größenordnung angekündigt: Für insgesamt 18 Milliarden US-Dollar soll eine vollständig integrierte amerikanische Stahlproduktion entstehen. Davon sind 15 Milliarden Dollar für einen neuen Stahlkomplex im Bundesstaat Iowa vorgesehen. Weitere drei Milliarden Dollar fließen in die Fertigstellung einer Eisenerzmine im benachbarten Minnesota.

Nach Unternehmensangaben handelt es sich um die größte Einzelinvestition in einen Stahlkomplex in der Geschichte der USA. Das Projekt soll die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzgewinnung über die Direktreduktion bis zur Stahlerzeugung innerhalb der Vereinigten Staaten abbilden.

Eisenerz aus Minnesota für das neue Stahlwerk

Die Rohstoffbasis bildet die Mine von Mesabi Metallics in Nashwauk auf der Mesabi Iron Range in Minnesota. Sie gilt nach Unternehmensangaben als erste neu errichtete Eisenerzmine der USA seit 50 Jahren. Dort sollen hochwertige DR-Pellets (Direct Reduction Grade) unter dem Produktnamen Patriot Pellet hergestellt werden.

Mehr als 1.500 Bauarbeiter sind derzeit am Standort beschäftigt, hinzu kommen über 200 fest angestellte Mitarbeiter. Nach vollständiger Inbetriebnahme sollen rund 350 dauerhafte Arbeitsplätze entstehen.

Das Erz beziehungsweise die daraus hergestellten Pellets werden künftig direkt den neuen Stahlkomplex in Iowa versorgen.

Direktreduktion und Elektrolichtbogenöfen

Technologisch setzt Mesabi Metallics auf die Kombination aus Direktreduktion (DRI) und Elektrolichtbogenöfen (EAF). Dabei wird dem Eisenerz zunächst unterhalb seines Schmelzpunktes Sauerstoff entzogen. Das entstehende metallische Eisen soll anschließend noch heiß in die Elektrolichtbogenöfen eingebracht und dort gemeinsam mit Stahlschrott eingeschmolzen werden.

Die Nutzung von heißem DRI reduziert den Energiebedarf beim Einschmelzen und verbessert die Produktivität der Anlage. Gegenüber der klassischen Hochofenroute erwartet Mesabi Metallics dadurch einen geringeren Energieeinsatz und niedrigere Emissionen.

Mit dieser Kombination will das Unternehmen die Vorteile einer eigenen heimischen Eisenerzversorgung mit einer modernen Elektrostahlproduktion verbinden. Vorgesehen ist die Herstellung hochwertiger Stähle unter anderem für die Automobilindustrie, den Schiffbau, Haushaltsgeräte, die Energiewirtschaft, Infrastrukturprojekte und den Verteidigungssektor.

Mindestens 1.750 dauerhafte Arbeitsplätze in Iowa

Auch wirtschaftlich hat das Vorhaben erhebliche Dimensionen. Allein während der Bauphase des Stahlkomplexes in Iowa rechnet Mesabi Metallics mit mehr als 6.000 Arbeitsplätzen. Nach der Inbetriebnahme sollen mindestens 1.750 Menschen dauerhaft im neuen Werk beschäftigt werden.

Für die Bauphase und die ersten zehn Jahre des vollständigen Betriebs beziffert das Unternehmen die gesamte wirtschaftliche Leistung des Projekts auf rund 95 Milliarden US-Dollar. Neben den direkten Arbeitsplätzen sollen insbesondere regionale Zulieferer und Dienstleister profitieren.

Mit der Investition verfolgt Mesabi Metallics das Ziel, eine vollständig inländische Lieferkette für hochwertigen Stahl aufzubauen – vom Eisenerz aus Minnesota bis zum fertigen Stahl aus Iowa. Einen konkreten Zeitplan für die Inbetriebnahme sowie die geplante jährliche Produktionskapazität des neuen Stahlwerks nennt das Unternehmen in seiner Ankündigung noch nicht.

Quelle und Foto: Mesabi Metallics LLC