Der Low-Emission Steelmaking Standard (LESS) hat die Gründung eines Advisory Boards bekanntgegeben. Das neue Beratungsgremium vereint Stahlhersteller, Verarbeiter, NGOs sowie technische und politische Experten mit dem Ziel, die Weiterentwicklung des Standards für emissionsarmen Stahl strategisch zu begleiten.
Nach Angaben von LESS soll der Beirat sicherstellen, dass der Standard praxisnah, ambitioniert und entlang der gesamten Wertschöpfungskette anwendbar bleibt. Gleichzeitig will die Organisation damit den Dialog zwischen Industrie, Politik und Umweltverbänden stärken.
„Um die globalen Klimaziele zu erreichen, brauchen wir progressive Standards wie LESS, die Ambitionen in konkrete Maßnahmen übersetzen“, erklärte Sarah Campbell vom Climate Group Heavy Industry Team. Ein wissenschaftlich fundierter Rahmen sei entscheidend, um Leitmärkte für emissionsarmen Stahl aufzubauen und Investitionen in Dekarbonisierungstechnologien zu fördern.
LESS-Generalsekretärin Carmen Ostwald betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Dekarbonisierung der Stahlindustrie könne nur gemeinsam gelingen. Der neue Beirat solle deshalb möglichst viele Perspektiven einbringen.
Das Advisory Board wird Empfehlungen zu technischen, politischen und marktbezogenen Fragen des LESS-Standards erarbeiten. Unterstützt wird das Gremium dabei von der Beratungsgesellschaft FutureCamp. Das erste persönliche Treffen ist für Mai 2026 geplant. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Erweiterung des Regelwerks auf Edelstahl, Fragen der Rückverfolgbarkeit („Chain of Custody“) sowie politische Rahmenbedingungen.
Auch Vertreter stahlintensiver Branchen begrüßen die Initiative. Lucien Mathieu von Transport & Environment (T&E) sieht in LESS eine wichtige Grundlage, um grüne Leitmärkte für Stahl aufzubauen – insbesondere für die Automobilindustrie. Kingspan verweist zudem auf die steigende Bedeutung transparenter Standards für CO₂-arme Materialien im Bausektor.
Die finalen Entscheidungen über die Weiterentwicklung des Standards trifft weiterhin die LESS-Generalversammlung. Ergebnisse und Beschlüsse sollen transparent über die LESS-Plattform veröffentlicht werden.