KMS Gesenkschmiede Solingen vor Verkauf – Interesse aus außereuropäischen Märkten

von Hubert Hunscheidt

Der deutsche Schmiedespezialist KMS Gesenkschmiede hat den Verkauf seines Gesenkschmiede- und Bearbeitungswerks in Solingen eingeleitet. Mit der Abwicklung wurde KRUDO beauftragt. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Restrukturierung vor dem Hintergrund anhaltender wirtschaftlicher und struktureller Belastungen in der europäischen Schmiedeindustrie.

KMS belieferte über Jahre hinweg industrielle Kunden, darunter Automobilhersteller wie Audi und Volkswagen, mit hochpräzisen, automatisiert gefertigten Schmiedekomponenten. Der Standort in Solingen verfügt über mehrere automatisierte Schmiedelinien sowie umfangreiche Bearbeitungs- und Werkzeugbaukapazitäten, teilweise mit Anlagen aus dem Jahr 2023.

Nach Angaben von KRUDO stößt das Werk insbesondere bei Interessenten aus Indien, der Türkei und weiteren asiatischen Märkten auf reges Interesse. Die Maschinen und Anlagen können als Komplettpaket oder in Teillosen veräußert werden. Der Verkaufsprozess soll bis Ende des ersten Quartals 2026 abgeschlossen sein, eine Verlagerung der Anlagen ist bis Jahresende vorgesehen.

Die geplante Stilllegung des Standorts unterstreicht die zunehmenden Herausforderungen für den Industriestandort Europa. Während die technischen Assets international stark nachgefragt sind, wirft ihre mögliche Abwanderung Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit, Lieferkettenstabilität und zum Erhalt industrieller Schlüsselkompetenzen in der EU auf.

Quelle: EUROMETAL / Foto: marketSTEEL