Kloeckner Metals Germany investiert in Defence-Fertigung

von Hubert Hunscheidt

Die Kloeckner Metals Germany GmbH, einer der führenden deutschen produzentenunabhängigen Stahlanbieter und Metallverarbeiter, hat heute in Hürth bei Köln einen neuen Standort seines Tochterunternehmens Ambo Stahl eröffnet. Mit den zusätzlichen Kapazitäten reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Bedarf seiner Kunden an leistungsfähigen, verlässlichen und möglichst durchgängigen Fertigungslösungen, insbesondere in sicherheitskritischen Bereichen wie Defence und KRITIS. Der neue Standort mit Schwerpunkt auf der Defence-Industrie ergänzt den bereits bestehenden Standort von Ambo Stahl in Köln-Ehrenfeld, der über umfassende Expertise in der Bearbeitung verschleißfester, hochfester und ballistischer Spezialstähle sowie über entsprechende Bundeswehr-Zulassungen verfügt.
 
Der Ausbau stärkt zugleich industrielle Lieferketten und schafft zusätzliche Produktionskapazitäten für die Fertigung sicherheitsrelevanter Bauteile in Deutschland. Damit entwickelt Kloeckner Metals Germany Ambo Stahl zu einem der deutschlandweit modernsten Kompetenzzentren für Stahl- und Metallbearbeitung im Defence-Bereich.
 
Das technologische Herzstück am neuen Standort ist der Cutlite Penta PLUS BEVEL 6530 mit 60 kW, eines der weltweit leistungsstärksten Faserlaser-Schneidsysteme. Kloeckner Metals Germany zählt damit zu den ersten Unternehmen in Deutschland, die eine Anlage dieser Leistungsklasse einsetzen. Der Cutlite Penta PLUS BEVEL 6530 mit 60 kW ist speziell für Unternehmen ausgelegt, die neben geraden Schnitten auch präzise und hochqualitative Schweißfasen („Bevel Cuts“) direkt mit dem Laser erzeugen möchten. Das System verfügt über einen Bevel-Kopf, mit dem neben klassischen geraden Schnitten auch hochpräzise Schweißfasen (V-, X-, Y- und K-Fasen mit positiven und negativen Winkeln bis zu 45 Grad) direkt im Schneideprozess erzeugt werden können.
 
Dadurch entfallen in vielen Fällen nachgelagerte Fräs- oder Anfasarbeiten, d.h., die Bauteile sind unmittelbar zum Schweißen vorbereitet. Für die Kunden bedeutet das kürzere Durchlaufzeiten, weniger Schnittstellen und eine effizientere Weiterverarbeitung, vor allem bei automatisierten Schweißprozessen. Die 60-kW-Leistungsklasse ermöglicht überdies sehr hohe Schnittgeschwindigkeiten und eine deutlich höhere Produktivität auch bei sehr großen Materialstärken, sowohl bei geringerem Wärmeeintrag als auch beim Plasmaschneiden und hochwertigen Schnittkanten.
 
„Mit dem neuen Standort in Hürth setzen wir ein klares Zeichen: Wir handeln und investieren gezielt dort, wo unsere Kunden im Defence-Bereich zusätzliche Kapazitäten auf technologisch höchstem Niveau benötigen. Gleichzeitig stärkt die Investition unsere Position als innovativer Technologiepartner der Industrie im Defence und KRITIS-Bereich. Damit leisten wir einen konkreten Beitrag zum Ausbau resilienter industrieller Lieferketten und zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit.“
 
Felix Schmitz, CEO von Kloeckner Metals Germany: "Dieses Laserschneidesystem wird durch Fräs-, Abkant-, Sandstrahl- sowie Entgrat- und Kantenverrundungskapazitäten zur Nachbearbeitung der Bauteile ergänzt. Die Qualitätssicherung erfolgt direkt vor Ort. So können Kunden künftig einen größeren Teil ihrer Wertschöpfungskette über einen zentralen Partner abdecken, vom Zuschnitt über die mechanische Bearbeitung bis zum einbaufertigen Bauteil."
 
Neben dem Schwerpunkt Defence bedient der neue Standort auch den Baumaschinensektor sowie grundsätzlich alle Kernbranchen von Kloeckner Metals Germany – von Automotive über Fördertechnik, Konsumgüter, Landmaschinen, Logistik und Maschinenbau bis hin zu Schwermaschinen und Transport.
 
Mit der Standorteröffnung in Hürth treibt Kloeckner Metals Germany auch den Ausbau seiner bundesweiten Kompetenzzentren für höherwertige Stahl- und Metallbearbeitung weiter voran. Für die Kunden entsteht damit ein deutschlandweit vernetztes Technologie- und Produktionssystem, das spezialisierte Leistungen, zusätzliche Fertigungsmöglichkeiten und eine standortübergreifende Versorgung miteinander verbindet. Gemeinsam mit den Kompetenzzentren in Bremen, Velten, Landsberg, Köln und Duisburg entsteht so ein deutschlandweit vernetztes Technologie- und Produktionssystem für hochpräzise Stahl- und Metallbearbeitung.
 
Dabei kommt den Anwendungen für den Defence- und KRITIS-Bereich eine besondere Bedeutung zu: Als spezialisiertes Kompetenzzentrum von Kloeckner Metals Germany steht die Ambo Stahl GmbH ihren Kunden als Partner für verschleißfeste und hochfeste Spezialstähle sowie Sicherheits- und Panzerstahl zur Seite.
 
Das Unternehmen verfügt über die offizielle Zulassung gemäß TL 2350-0000 für die Bearbeitung von Panzerungsmaterialien und erfüllt mit seiner qualifizierten Verarbeitung auch die Anforderungen der TL 2350-0003 – dem Nachweis der Eignung nach den technischen Lieferbedingungen der Bundeswehr. Diese Zulassungen der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD91) umfassen das Laser-, Plasma- sowie Wasserstrahlschneiden von ballistischen Stählen und bestätigen die technische Kompetenz von Ambo Stahl bei der Verarbeitung von Schutzmaterialien nach strengsten wehrtechnischen Standards.
 
Mit dem neuen Standort erweitert Ambo Stahl dieses zertifizierte Leistungsportfolio um zusätzliche, höherwertige Bearbeitungskapazitäten. Das Angebot reicht von Autogen-, Plasma-, Laser- und Wasserstrahlschneiden bis hin zum Sandstrahlen und deckt damit die gesamte Prozesskette vom präzisen Zuschnitt bis zum einbaufertigen Formteil ab. Kunden profitieren dadurch von gebündelten Leistungen, kürzeren Abstimmungswegen und einer höheren Versorgungssicherheit.
 
Als Teil des internationalen Klöckner & Co Konzerns verfügt Kloeckner Metals Germany zudem über Zugang zu einem globalen Metallverarbeitungs- und Servicenetzwerk.
 
Quelle und Fotos: Klöckner & Co.