Klöckner & Co verkauft Becker Gruppe an Konsortium aus Accura und BCB
von Hubert Hunscheidt
Klöckner & Co SE hat am 8. Oktober 2026 einen Vertrag über den Verkauf der Becker Gruppe, einer der führenden produzentenunabhängigen Multi-Metal-Plattformen für Stahl, Edelstahl und Aluminium in Europa, an ein Konsortium aus der Accura Investment Partners GmbH (Accura) und der Becker Consult + Beteiligungs-GmbH (BCB) unterzeichnet.
Bereits im Januar 2026 hatte der Vorstand von Klöckner & Co nach einer umfassenden Analyse möglicher strategischer Optionen die Absicht bekannt gegeben, die Becker Gruppe zu veräußern. Mit dem Verkauf setzt das Unternehmen seine Strategie fort, sich stärker auf profitables Wachstum bei höherwertigen Produkten und Dienstleistungen zu konzentrieren. Das gemeinsam mit der Becker Gruppe entwickelte Konzept zur Neuausrichtung soll unter den neuen Eigentümern weitergeführt werden.
„Mit dem Verkauf der Becker Gruppe haben wir einen weiteren Meilenstein erreicht. Das Konsortium aus Accura und BCB ist tief in der Industrie verwurzelt und bringt die erforderliche Expertise mit, um die Becker Gruppe nachhaltig weiterzuentwickeln. Das Konzept für die von uns und der Becker Gruppe angestoßene Neuausrichtung des Unternehmens wird durch Accura und BCB weiterentwickelt werden und so den künftigen Kurs der Becker Gruppe bestimmen. Klöckner & Co wird durch den Verkauf den Fokus noch stärker auf das höherwertige Geschäft legen und dort das eigene profitable Wachstum konsequent vorantreiben“, erklärt Guido Kerkhoff, CEO von Klöckner & Co.
Ulrich Becker, Senior Managing Partner der Becker Consult + Beteiligungs-GmbH, betont: „Die Becker Gruppe verfügt über eine starke Marktstellung und ein Team, das sein Handwerk versteht. Auch wir kennen die Stahl- und Metallbranche aus eigener Erfahrung und wollen dieses Fundament gemeinsam mit dem Management und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern langfristig weiterentwickeln.“
Langfristige Wertentwicklung unter dem Erwerberkonsortium
Mit Accura und BCB gewinnt die Becker Gruppe Partner, die auf die Begleitung von Unternehmen in Transformationsprozessen spezialisiert sind. Accura ist eine unabhängige Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf traditionelle Industrien im europäischen Mittelstand. Als Multi-Family Office investiert sie eigene Mittel sowie das Kapital unternehmerisch geprägter Familien vornehmlich in Unternehmen mit hohem Transformationspotenzial.
BCB ist ein auf den industriellen Mittelstand ausgerichtetes Beratungs- und Beteiligungsunternehmen. Unter der Führung des ehemaligen Vorstandsmitglieds von Klöckner & Co, Ulrich Becker, bringt BCB umfassende Erfahrung aus der Stahl- und Metallindustrie in das Konsortium ein.
Ausbau der Marktposition und Fokus auf nachhaltige Wertschöpfung
Nach dem Eigentümerwechsel soll die Becker Gruppe ihre Position als produzentenunabhängiger Lieferant von Stahl, Edelstahl und Aluminium in Europa unter der bestehenden Geschäftsführung um CEO Torsten Gieseke weiter ausbauen. Angestrebt wird ein profitabler und nachhaltiger Wachstumskurs auf Grundlage moderner, effizienter Prozesse und einer kontinuierlichen Personalentwicklung.
Das Konzept zur Neuausrichtung, das Klöckner & Co und die Becker Gruppe bereits vor der Verkaufsentscheidung gemeinsam entwickelt und auf den Weg gebracht haben, soll unter dem Erwerberkonsortium weiterentwickelt werden. Ziel ist es, das Geschäft zu stabilisieren, die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig voranzutreiben und den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Optimierung von Vertrieb, Einkauf und Geschäftsabläufen sowie Verbesserungen bei Beständen und Liquidität.
Zum Zeitpunkt des Vollzugs der Transaktion sind keine unmittelbaren Stellenabbau- oder Standortschließungsmaßnahmen geplant. Accura und BCB wollen die strategische Positionierung des Unternehmens und den Wertbeitrag der einzelnen Geschäftsbereiche im Zuge der Neuausrichtung kontinuierlich überprüfen. Mögliche Entscheidungen sollen von der weiteren Markt- und Kostenentwicklung abhängig gemacht und in enger Abstimmung mit den betrieblichen Gremien getroffen werden.
Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Genehmigungen und wird vor Ende des Jahres 2026 erwartet. Über den Kaufpreis haben die beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart.
Quelle und Foto: Klöckner & Co SE