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Irankrieg stürzt deutsche Wirtschaft in längste Krise seit 20 Jahren

16. Apr. 2026 von Hubert Hunscheidt

Der Iran-Krieg macht die Hoffnung auf eine ausgeprägte Erholung der deutschen Wirtschaft zunichte. Fast 30 Prozent aller Unternehmen wollen 2026 Stellen streichen, 35 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einem Rückgang ihrer Produktion. Fast 40 Prozent gehen davon aus, in diesem Jahr weniger zu investieren. Der erhoffte Aufschwung fällt damit aus: Seit fast drei Jahren blicken die deutschen Unternehmen durchgehend pessimistisch nach vorn – eine so lange Durststrecke gab es seit 20 Jahren nicht. Das zeigt die neue IW-Konjunkturumfrage, für die das IW im März, nach Beginn des Iran-Konflikts, rund 1.000 Firmen befragt hat.

Die Ergebnisse im Detail:

  • Die aktuelle Geschäftslage bewerten Unternehmen weiterhin negativ: 43 Prozent berichten, dass ihre Geschäfte schlechter laufen als vor einem Jahr, nur 14 Prozent sehen eine Verbesserung. Das zieht sich durch Industrie, Dienstleister und Bau gleichermaßen.
  • Für den Rest des Jahres bleiben die Aussichten trüb: 35 Prozent rechnen mit sinkender Produktion, nur 21 Prozent mit einem Plus. Selbst die zuletzt optimistischen Dienstleister sind eingebrochen: 35 Prozent gehen von schlechteren Geschäften aus. In der Industrie stehen 39 Prozent mit sinkender nur 24 Prozent mit steigender Produktion gegenüber.
  • Die Investitionsbereitschaft bleibt niedrig: Rund 40 Prozent aller Unternehmen wollen 2026 weniger investieren, nur 21 Prozent mehr. In der Industrie ist der Anteil der Firmen, die Investionen kürzen, mit 42 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Anteil derjenigen, die mehr investieren wollen (19 Prozent). Auch am Bau überwiegen die Kürzungen (23 Prozent höher, 38 Prozent niedriger).
  • Am Arbeitsmarkt geht der Stellenabbau weiter: In der Industrie planen 37 Prozent der Firmen mit weniger Personal, nur 14 Prozent mit mehr. Bei den Dienstleistern stehen 22 Prozent, die einstellen wollen, 28 Prozent gegenüber, die Jobs streichen.


Irankrieg trifft die deutsche Wirtschaft hart

„Der Iran-Krieg hat die Hoffnung auf eine echte wirtschaftliche Erholung im Keim erstickt“, sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. Die Sperrung der Straße von Hormus treffe Lieferketten unmittelbar, treibe Energie- sowie Transportkosten und schwäche den für Deutschland wichtigen Export. „Die geopolitischen Dauerkrisen bringen das deutsche Wirtschaftsmodell immer stärker an seine Grenzen. Das erhöht den Reformdruck für die Bundesregierung“, so Grömling.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. / Foto: Fotolia



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