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Iran-Abkommen: Bis zu 0,8 Prozent mehr Wachstum 2027 möglich

15. Juni 2026 von Hubert Hunscheidt

Sinkende Ölpreise infolge der angekündigten Einigung zwischen den USA und dem Iran könnten das deutsche Wirtschaftswachstum leicht ankurbeln. Eine IW-Simulation zeigt: Sinkt der Ölpreis ab dem dritten Quartal auf 60 US-Dollar pro Barrel, würde das deutsche BIP 2026 um 0,1 Prozent höher ausfallen. Im Jahr 2027 würde es dann um 0,8 Prozent steigen.

Selbst ein geringfügiger Rückgang des Ölpreises auf 80 US-Dollar hätte positive Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Zwar wäre der Effekt im laufenden Jahr 2026 kaum spürbar, im Jahr 2027 wäre jedoch mit einer Steigerung des BIP von rund 0,4 Prozent zu rechnen. Ausgangsbasis ist ein Szenario mit einem anhaltenden Konflikt und einem Ölpreis von 100 US-Dollar.

Deutsche Wirtschaft profitiert stärker als die Weltwirtschaft

Deutschland gewinnt aufgrund der stärkeren Vernetzung mit der Weltwirtschaft mehr als die EU oder die Weltwirtschaft im Durchschnitt. Für die EU erwartet das IW ein Wachstumsplus von 0,7 Prozent im Jahr 2027 bei einem Ölpreis von 60 US-Dollar. Dieser Ölpreis wurde zu Beginn des Jahres prognostiziert – ohne Berücksichtigung des Konflikts. Fällt der Ölpreis hingegen nur auf 80 US-Dollar, steigt das BIP der EU um 0,3 Prozent. Die Weltwirtschaft könnte im Jahr 2027 um 0,6 bzw. 0,3 Prozent stärker wachsen.

Rückkehr zur Normalität wird dauern

Der Krieg wird die Weltwirtschaft somit noch lange belasten. Auch wenn die Straße von Hormus ab Freitag tatsächlich verlässlich geöffnet sein sollte, wird es einige Zeit dauern, bis der Normalbetrieb zurückkehrt. Im Iran müssen beschädigte Förderanlagen, Terminals und Raffinerien repariert werden, was Jahre dauern kann. Viele Staaten werden ihre Reserven wieder auffüllen, was die Nachfrage und damit die Preise hoch hält. Hinzu kommt: Die Stabilität der Einigung ist – wie so oft bei Trumps Deals – fragwürdig. De facto kontrolliert der Iran die Straße von Hormus weiterhin, und dass er während der laufenden Verhandlungen wieder Öl exportieren darf, spielt dem Mullah-Regime in die Hände. Dass Trump sich auf diese Einigung eingelassen hat, zeigt vor allem, wie sehr ihn die steigenden Preise innenpolitisch unter Druck setzen.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. / Foto: Fotolia



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