Für die Stahlsparte von Thyssenkrupp zeichnet sich offenbar ein wachsendes Interesse potenzieller Investoren ab. Wie die Süddeutsche Zeitung unter Bezug auf Aussagen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters berichtet, prüft neben dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel International nun auch die US-amerikanische Flacks Group einen Einstieg bei Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE).
Thyssenkrupp führt bereits seit Herbst Gespräche mit Jindal Steel über einen möglichen Verkauf der Stahlsparte. Dem Bericht zufolge hat der indische Konzern im Rahmen der laufenden Verhandlungen bereits Einblick in die Unternehmenszahlen erhalten. Ein verbindliches Übernahmeangebot liegt bislang jedoch noch nicht vor.
Parallel dazu signalisiert nun auch die auf Restrukturierungen spezialisierte Flacks Group Interesse an dem Geschäft. Unternehmenschef Michael Flacks erklärte gegenüber Reuters, man sei „bereit, ein Angebot abzugeben“, sollte ein Verkauf an Jindal nicht zustande kommen.
Die Flacks Group ist dafür bekannt, sich gezielt an Unternehmen oder Geschäftsbereiche in sogenannten „Special Situations“ zu beteiligen. In der Vergangenheit hatte der Investor unter anderem Interesse an großen europäischen Stahlunternehmen wie Acciaierie d’Italia oder British Steel gezeigt.
Bei Thyssenkrupp selbst verweist man darauf, dass die laufende Neuausrichtung der Stahlsparte deren Attraktivität für Investoren erhöht habe. Dazu gehören unter anderem Restrukturierungsmaßnahmen, Kostensenkungen sowie organisatorische Anpassungen innerhalb von Thyssenkrupp Steel Europe.
„Die großen Fortschritte bei der Neuausrichtung des Stahls und sich verändernde Rahmenbedingungen eröffnen uns auch neue strategische Optionen“, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens laut Medienberichten. Gleichzeitig bestätigte sie den fortgesetzten Austausch mit Jindal Steel.
An der Börse reagierten Anleger positiv auf die neuen Interessenssignale. Die Aktien von Thyssenkrupp legten zeitweise zu und notierten am Nachmittag rund 1,5 Prozent im Plus.
Die Zukunft von Thyssenkrupp Steel Europe gilt weiterhin als einer der zentralen strategischen Punkte im laufenden Umbau des Industriekonzerns. Ein möglicher Verkauf oder Einstieg eines Partners könnte entscheidend für die weitere Entwicklung der Stahlsparte sein.
Quelle: Süddeutsche Zeitung / Foto: marketSTEEL