Industriemetallpreise erholt, aber Zinkpreis mit Rückschlaggefahr

von Angelika Albrecht

Die Industriemetallpreise haben am Freitag zugelegt, als die Rede von Fed-Chef Powell die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen in den USA beflügelte. Ob die Gewinne verteidigt werden können, bleibt noch abzuwarten, meint die Commerzbank, denn die Londoner Metallbörse LME war gestern wegen eines Bank-Feiertags geschlossen.

Zink hatte sich laut Commerzbank Research am Freitag wieder über die Marke von 2.800 USD je Tonne gekämpft. Die Vorzeichen bleiben aber gemischt: Unterstützung geben die an der LME registrierten Lagerbestände, die allein in den letzten fünf Wochen um gut 50 Tsd. Tonnen gesunken sind. Seit letztem Dezember wurden sogar rund 200 Tsd. Tonnen entnommen. Die Vorräte insgesamt sind damit so niedrig wie zuletzt im November 2023.

Gleichzeitig gibt es aber Hinweise, dass der Markt gut versorgt ist: So wies die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) für Juni zwar einen leicht unterversorgten Markt aus, aber für das erste Halbjahr insgesamt eine Überversorgung: Knapp 50 Tsd. Tonnen überstieg das Angebot die Nachfrage. Das ist gut die Hälfte von dem, was die ILZSG im April für das Gesamtjahr in Aussicht gestellt hat. Bemerkenswert ist der deutliche Anstieg der Minenproduktion von gut 6%.

Für eine (künftig) reichliche Versorgung sprechen auch die in diesem Jahr deutlich erholten Einfuhren Chinas an Zinkerz: In den ersten sieben Monaten lagen diese 45% höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wobei diese im Juli erstmals 500 Tsd. Tonnen übertrafen. Für eine Erholung der Produktion sprechen auch die deutlich gestiegenen Verarbeitungsgebühren in chinesischen Zinkschmelzen. Aktuell können diese laut Bloomberg-Statistik am Kassamarkt inzwischen wieder 95 USD je Tonne verlangen, nachdem sie im Dezember noch gut 35 USD je Tonne für die Verarbeitung zahlen mussten.


Quelle: Commerzbank AG / Commerzbank Commodity Research (Autorin: Barbara Lambrecht AC) / Vorschaubild: Fotolia