HKM setzt auf neue Mold-Expert-Fiber-Systeme zur Optimierung des Stranggießens

von Hubert Hunscheidt

Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) hat Primetals Technologies mit der Lieferung neuer Mold-Expert-Fiber-Systeme für das Werk in Duisburg beauftragt. Mit der Investition will HKM seine Stranggießprozesse weiter verbessern und die Überwachung kritischer Vorgänge in der Kokille deutlich präzisieren.

Die Technologie ermöglicht eine hochauflösende Visualisierung des Bereichs, in dem die Oberflächenqualität der Bramme entsteht. Kritische Ereignisse wie Aufkleber, Kaltstellen oder Längsrisse können frühzeitig erkannt werden. Zudem verbessert das System die Prozesskontrolle beim Gießstart und reduziert Asymmetrien am Meniskus. Grundlage ist eine faseroptische Temperaturmessung mit mehreren tausend Messpunkten pro Kokille, die bei Bedarf auf über 10.000 erweitert werden kann.

Im Vergleich zu konventionellen Lösungen mit wenigen Thermoelementen liefert Mold Expert Fiber deutlich präzisere Echtzeitinformationen zur Meniskusform, zum Verhalten des Kokillenpulvers sowie zur Konizität. Darüber hinaus stellt das System bislang nicht verfügbare Prozessdaten bereit, etwa zur exakten Meniskusgeometrie über die gesamte Kokillenbreite und zur Bewegung des flüssigen Stahls im Inneren. Auch potenzielle Durchbrüche zwischen Strang und Kokille werden in einem sehr frühen Stadium erkannt, einschließlich während des Gießbeginns. Damit unterstützt die Technologie HKM insbesondere bei der Entwicklung neuer Stahlgüten.

HKM ist auf Brammen- und Blockguss spezialisiert, produziert jährlich rund vier Millionen Tonnen Rohstahl und beschäftigt etwa 3.000 Mitarbeitende. Das integrierte Werk in Duisburg beliefert weiterverarbeitende Industrien mit Vorprodukten und verfügt über ein Portfolio von mehr als 2.000 Stahlgüten. Anteilseigner sind Salzgitter AG, thyssenkrupp und Vallourec.

Quelle und Bild: Primetals Technologies GmbH