Heiner Guschall mit dem Charles W.Briggs Award 2026 ausgezeichnet
von Hubert Hunscheidt
Der Charles W. Briggs Award wurde 1961 zu Ehren von Charles W. Briggs ins Leben gerufen. Die Auszeichnung wird an den Autor eines Fachbeitrags verliehen, der von der AIST Steelmaking Technology Division ausgewählt und vom AIST Electric Steelmaking Technology Committee als bester eingereichter technischer Beitrag bewertet wurde.
Ausgezeichnet wurde das Paper „Optimierung von Fe-Rohstoffen für die EAF-Stahlherstellung“, an dem Heiner Guschall als Co-Autor mitgewirkt hat. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Optimierung eisenhaltiger Einsatzstoffe für die Stahlerzeugung im Elektrolichtbogenofen. Im Fokus steht dabei die zunehmende Bedeutung der Schrottqualität für eine effiziente, wirtschaftliche und CO₂-reduzierte EAF-Stahlerzeugung.
Das Paper zeigt auf, dass Stahlschrott zwar eine zentrale Rolle für die Transformation hin zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion spielt, gleichzeitig aber steigende Reststoffgehalte wie Kupfer, Nickel, Chrom oder Zinn sowie Verunreinigungen durch nichtmetallische Bestandteile die Prozessführung im Elektrolichtbogenofen erheblich beeinflussen können. Eine gezielte Verbesserung und Aufbereitung der Schrottqualität kann dazu beitragen, die Ausbeute zu erhöhen, den Energiebedarf zu senken, den Einsatz von Zuschlagsstoffen zu reduzieren und die CO₂-Bilanz der Stahlerzeugung zu verbessern.
Ein besonderer Schwerpunkt des Beitrags liegt auf Technologien zur Schrottaufbereitung und Qualitätskontrolle. Dazu zählen unter anderem modulare Lösungen wie ScrapTuning®, EcoScan® Online und HMS Cleaning Advanced. Diese Verfahren verfolgen das Ziel, metallisches Eisen zu konzentrieren, Verunreinigungen zu entfernen und Schrottbestandteile mit hohen Reststoffgehalten gezielt zu separieren. Dadurch wird aus schwankenden Schrottqualitäten ein besser kontrollierbarer Rohstoff für den Stahlwerksbetrieb.
Darüber hinaus verdeutlicht das Paper anhand industrieller Beispiele, dass die Aufbereitung von Schrott nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sein kann. Eine verbesserte Schrottqualität trägt zur Stabilisierung des EAF-Prozesses bei und kann gleichzeitig die Abhängigkeit von erzbasierten Einsatzstoffen wie DRI (Direct Reduced Iron), HBI (Hot Briquetted Iron) oder Roheisen reduzieren.
Quelle und Foto: SICON GmbH