GravitHy bringt HBI-Projekt in Fos-sur-Mer mit Genehmigungsanträgen voran
von Hubert Hunscheidt
GravitHy hat einen wichtigen Meilenstein bei der Entwicklung seines geplanten Werks für kohlenstoffarmes Hot Briquetted Iron (HBI) im französischen Fos-sur-Mer erreicht. Mit der Einreichung der Genehmigungsanträge beginnt nun offiziell das behördliche Prüfverfahren für das Vorhaben, das zu den Schlüsselprojekten der europäischen Stahltransformation zählt.
Das 2022 gegründete Unternehmen verfolgt das Ziel, kohlenstoffarmes Eisen auf Basis von Wasserstoff und CO₂-armem Strom zu produzieren. Das HBI soll insbesondere Elektrolichtbogenstahlwerke (EAF) in Europa versorgen und deren Umstellung auf eine klimafreundlichere Stahlproduktion unterstützen.
Nach Angaben von GravitHy ist die Antragstellung das Ergebnis mehrjähriger Entwicklungsarbeit. Neben detaillierten Ingenieurleistungen flossen umfangreiche Umweltstudien, Risikoanalysen sowie architektonische und landschaftliche Planungen in das Projekt ein. Zu den wichtigsten Partnern zählen unter anderem EODD für Umwelt- und Genehmigungsfragen, Bureau Veritas für Risikobewertungen sowie Enia Architectes und Rougerie+Tangram für die architektonische Gestaltung.
Ein wesentlicher Bestandteil der Projektentwicklung war zudem der Dialog mit Behörden, Anwohnern, Verbänden und weiteren Interessengruppen. Seit 2023 begleitet die französische Nationale Kommission für öffentliche Debatte (CNDP) den Beteiligungsprozess. Rückmeldungen aus öffentlichen Veranstaltungen und Workshops führten laut GravitHy zu mehreren Anpassungen des Projektdesigns und verbesserten dessen ökologische Integration.
Das Werk soll Wasserstoff direkt vor Ort mittels Elektrolyse erzeugen und daraus kohlenstoffarmes HBI herstellen. Mit dem Material will GravitHy die Versorgung europäischer Elektrostahlwerke stärken und gleichzeitig widerstandsfähigere sowie wettbewerbsfähigere industrielle Wertschöpfungsketten aufbauen. Das Unternehmen sieht das Projekt als Beitrag zu den europäischen Zielen der Klimaneutralität, der industriellen Souveränität und des Aufbaus einer Wasserstoffwirtschaft.
Der Standort Fos-sur-Mer wurde aufgrund seiner bestehenden Industrie- und Hafeninfrastruktur, der Anbindung an CO₂-arme Energiequellen sowie der Nähe zu wichtigen Akteuren der Stahlindustrie ausgewählt. Die französische Regierung hat das Vorhaben bereits als Projekt von großem nationalem Interesse (Projet d'Intérêt National Majeur – PINM) eingestuft und damit seine strategische Bedeutung für die industrielle Dekarbonisierung unterstrichen.
Mit der Einreichung der Genehmigungsanträge beginnt nun die nächste Projektphase. Parallel zum behördlichen Genehmigungsverfahren will GravitHy den Dialog mit den beteiligten Interessengruppen fortsetzen und die Entwicklung des Vorhabens weiter vorantreiben.
Quelle und Foto: Gravithy