GravitHy beauftragt Danieli mit Wasserstoff-Direktreduktionsanlage in Frankreich

von Hubert Hunscheidt

Das französische Unternehmen GravitHy hat Danieli mit der Lieferung einer ENERGIRON-Zero-Reformer-Direktreduktionsanlage für sein geplantes Werk in Fos-sur-Mer beauftragt. Die Anlage soll jährlich rund zwei Millionen Tonnen Hot Briquetted Iron (HBI) produzieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der europäischen Stahlindustrie mit CO₂-armem Vormaterial leisten.

Die ENERGIRON-Technologie wurde gemeinsam von Danieli und Tenova entwickelt und basiert überwiegend auf dem Einsatz von Wasserstoff und elektrischer Energie. Das erzeugte HBI erreicht einen Metallisierungsgrad von bis zu 96 Prozent sowie einen Kohlenstoffgehalt von rund einem Prozent, der für den anschließenden Einschmelzprozess im Elektrostahlwerk erforderlich ist.

Ein zentrales Element des Projekts ist die geplante Produktion von kohlenstoffarmem Wasserstoff direkt am Standort. Dieser wird als Reduktionsgas im Direktreduktionsprozess eingesetzt und soll die CO₂-Emissionen gegenüber konventionellen Verfahren deutlich senken.

Darüber hinaus wird die Anlage mit einer elektrischen Prozessgaserwärmung ausgestattet. Diese ersetzt fossile Brennstoffe bei der Beheizung des Prozessgases, steigert die Energieeffizienz und erhöht die Flexibilität des Verfahrens. Nach Angaben von Danieli ist die Technologie nicht nur für Neubauten geeignet, sondern kann auch in bestehenden Direktreduktionsanlagen nachgerüstet werden und gilt als weiterer Schritt auf dem Weg zu einer vollständig dekarbonisierten Eisen- und Stahlproduktion.

Quelle und Foto: Danieli & C. S.p.A.