Fujitsu testet Blockchain für Green Steel
von Hubert Hunscheidt
Fujitsu hat im Dezember 2025 ein Demonstrationsprojekt zur Abbildung und Weitergabe von Green-Steel-Wertströmen in der Stahlindustrie gestartet. Das Vorhaben wurde zuvor vom japanischen Wirtschaftsministerium Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) als Teil des Industrial Research Project für das Geschäftsjahr 2025 ausgewählt. Ziel ist es, die Dekarbonisierung der Stahlindustrie durch digitale Lösungen zu beschleunigen.
Im Rahmen des Projekts untersucht Fujitsu, wie Umweltwerte von CO₂-reduziertem Stahl entlang der gesamten Lieferkette sicher, transparent und ohne Doppelzählung übertragen werden können. Dabei kommen Kompetenzen des Unternehmens in den Bereichen CO₂-Reduktionsmaterialien, Blockchain-Technologie und Datenverteilungsplattformen zum Einsatz. Der Demonstrationsversuch läuft von Dezember 2025 bis Februar 2026.
Hintergrund des Projekts ist die wachsende Bedeutung von Green Steel, der unter anderem mithilfe von Massenbilanz- und Allokationsmethoden erzeugt wird. Trotz bestehender Leitlinien stellt die verlässliche Weitergabe der damit verbundenen Umweltwerte an nachgelagerte Verarbeitungsstufen weiterhin eine Herausforderung dar. Das Projekt soll aufzeigen, wie entsprechende Informationen über Emissionsminderungen fälschungssicher und vertraulich zwischen den beteiligten Akteuren ausgetauscht werden können.
Konkret baut Fujitsu eine Datenverteilungsplattform auf, die die Rückverfolgbarkeit von Unternehmens- und Branchendaten sicherstellt. Unterstützt wird dies durch den Einsatz des Fujitsu Sustainable Value Accelerator, der im Rahmen des Geschäftsmodells Uvance zur Förderung der grünen Transformation entwickelt wurde. Gemeinsam mit Unternehmen aus der Stahlindustrie werden dabei unter anderem zertifizierte Green-Steel-Nachweise verteilt, um die Einzigartigkeit der Umweltwerte zu prüfen, Doppelzählungen zu vermeiden und den Werterhalt über verschiedene Verarbeitungs- und Vertriebsstufen hinweg sicherzustellen.
Auf Basis der Projektergebnisse will Fujitsu ab 2026 die Entwicklung dauerhafter Mechanismen zur Verteilung von Green-Steel-Informationen vorantreiben und mögliche Erweiterungen in Richtung eines branchenübergreifenden Datenraums für die Stahlindustrie prüfen. Ziel ist es, die digitale Transformation der Branche zu unterstützen und einen Beitrag zu resilienten, nachhaltigen Lieferketten zu leisten.
Quelle: Fujitsu Ltd. / Foto: marketSTEEL (KI-generiert)