Feralpi fordert stärkere EU-Unterstützung für Elektrostahlproduktion

von Hubert Hunscheidt

Die Feralpi Group hat bei einem Treffen mit der Europaabgeordneten Benedetta Scuderi mehr Unterstützung für die europäische Elektrostahlindustrie gefordert. Im Fokus der Gespräche am Unternehmenssitz in Lonato del Garda standen die Herausforderungen der Dekarbonisierung, steigende Energiekosten sowie die Versorgung mit Eisenschrott.

Feralpi-Präsident Giuseppe Pasini betonte die Bedeutung einer aktiven europäischen Industriepolitik zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Branchen. Europa müsse von einem rein regulatorischen Ansatz zu einer strategischen Unterstützung der industriellen Produktion übergehen, erklärte Pasini.

Diskutiert wurden unter anderem Instrumente wie der Industrial Accelerator Act, der Innovation Fund sowie der European Competitiveness Fund. Scuderi, Mitglied des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments, sprach sich für wettbewerbsfähigere Energiepreise, einen stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien sowie zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und Energienetze aus.

Feralpi verfolgt nach eigenen Angaben weiterhin konsequent seine Dekarbonisierungsstrategie. Bereits 2024 flossen mehr als 80 Prozent des technischen Investitionsplans in ESG-bezogene Projekte und Cleantech-Innovationen. Ziel ist es, die Produktionsprozesse weiter zu dekarbonisieren und die Kreislaufwirtschaft im Elektrostahlbereich auszubauen.

Gleichzeitig warnte Pasini vor zunehmenden Belastungen für die Branche. Neben hohen Energiepreisen sieht Feralpi insbesondere den wachsenden Mangel an eisenhaltigem Schrott als Herausforderung für die europäische Stahlindustrie.

Quelle: SteelOrbis / Foto: Feralpi Siderurgica S.p.A.