Autor: von Hubert Hunscheidt

08.11.2019

Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf dem Vormarsch

Im dritten Quartal 2019 setzte die Nachfrage der EU nach Pkw mit Dieselantrieb ihren Abwärtstrend fort und erreichte einen Marktanteil von 29,1%. Im Gegensatz dazu stiegen die Zulassungen von Benzinfahrzeugen weiter an und machen nun 59,5 % des EU-Marktes aus.
 
Im gleichen Zeitraum machten elektrisch aufladbare Fahrzeuge (ECV) 3,1% des gesamten Neuwagenabsatzes in der Region aus. Alle alternativ angetriebenen Fahrzeuge (APV) zusammen hatten im vergangenen Quartal einen Marktanteil von 11,3%.
 
Benzin- und Dieselfahrzeuge
 
Von Juli bis September 2019 ging die Zahl der in der Europäischen Union zugelassenen Dieselfahrzeuge um 14,1% auf 1 Million Einheiten zurück. Infolgedessen sank der Marktanteil von Diesel unter 30%. Vier der fünf größten EU-Märkte verzeichneten zweistellige Rückgänge, wobei der spanische Dieselabsatz um 34,7 %, die italienische Nachfrage um 24,5 %, der britische Umsatz um 20,8 % und die französische Nachfrage um 12,6 % zurückging. Deutschland verzeichnete jedoch im vergangenen Quartal einen leichten Anstieg von 4,7%.
 
Der Verkauf von Benzinfahrzeugen profitierte unweigerlich von diesem Rückgang der Dieselnachfrage und stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,1% (oder 121.216 Einheiten). Mit Ausnahme von Spanien (-2,8%) verzeichneten alle wichtigen EU-Märkte - Frankreich, das Vereinigte Königreich, Deutschland und Italien - ein Wachstum beim Benzinabsatz. Italien verzeichnete den höchsten prozentualen Anstieg (+35,6%). Betrachtet man die gesamte Region, so konnte der Marktanteil von Benzin von 57,4% auf 59,5% im dritten Quartal 2019 ausgebaut werden.
 
Alternativ angetriebene Fahrzeuge (APV)
 
Im dritten Quartal verzeichneten die Zulassungen von alternativ angetriebenen Fahrzeugen in der Europäischen Union ein starkes Wachstum (+46,2%). Rund 110.630 elektrisch aufladbare Fahrzeuge (ECV) wurden zugelassen, 51,8% mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Segment Batterie-Elektrofahrzeuge (BEV) war die treibende Kraft hinter diesem Wachstum - der BEV-Umsatz hat sich mehr als verdoppelt (+126,3%), während die Nachfrage nach Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeugen (PHEV) um 7,6% zurückging.
 
Hybrid-Elektrofahrzeuge (HEV) verzeichneten einen deutlichen Anstieg (+47,0%) mit 223.868 von Juli bis September zugelassenen Fahrzeugen. Andere alternativ angetriebene Fahrzeuge (APV) - darunter Fahrzeuge mit Ethanol (E85), Flüssiggas (LPG) und Erdgas (NGV) - verzeichneten ebenfalls starke Ergebnisse, die Zulassungszahlen stiegen um 36,0%.
 
Betrachtet man die fünf wichtigsten Automobilmärkte der EU, so verzeichnete jeder von ihnen im dritten Quartal 2019 einen deutlichen Anstieg der Gesamtzulassungen von alternativ angetriebenen Fahrzeugen. Deutschland verzeichnete den höchsten prozentualen Zuwachs (+71,4%), getragen von einer starken Nachfrage nach Batterie- und Hybridfahrzeugen, gefolgt von Großbritannien (+46,5%), Frankreich (+35,7%), Spanien (+31,9%) und Italien (+28,6%).
 
Quelle: ACEA / Vorschaufoto: fotolia