Die Privatwirtschaft der Eurozone ist im Juli auf Wachstumskurs zurückgekehrt. Wie aus dem vorläufigen Einkaufsmanagerindex (PMI) von S&P Global hervorgeht, stieg der Composite Output Index von 50,0 Punkten im Juni auf 51,9 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit fünf Monaten. Ausschlaggebend war vor allem die kräftige Belebung der Industrieproduktion.
Der Manufacturing PMI verbesserte sich auf 52,0 Punkte (Juni: 51,4), während der Produktionsindex des verarbeitenden Gewerbes auf 53,0 Punkte kletterte – der höchste Wert seit März 2022. Auch der Dienstleistungssektor kehrte mit einem Business Activity Index von 51,6 Punkten (Juni: 49,4) wieder in die Wachstumszone zurück.
Erstmals seit fünf Monaten nahmen auch die Auftragseingänge wieder zu. Zwar gingen die Exportaufträge weiterhin leicht zurück, der Rückgang fiel jedoch so gering aus wie seit März 2022 nicht mehr. Besonders erfreulich entwickelte sich Deutschland, wo die Geschäftstätigkeit erstmals seit vier Monaten wieder expandierte. Frankreich verzeichnete zwar erneut einen Rückgang, dieser fiel jedoch deutlich schwächer aus als zuletzt. Außerhalb der beiden größten Volkswirtschaften legte die Wirtschaft im Euroraum so kräftig zu wie seit acht Monaten nicht mehr.
Auch am Arbeitsmarkt zeigen sich erste positive Signale. Die Unternehmen erhöhten ihre Beschäftigung erstmals im laufenden Jahr leicht. Gleichzeitig kühlte sich der Preisauftrieb sowohl bei den Einkaufskosten als auch bei den Verkaufspreisen weiter ab. Die Kosteninflation erreichte den niedrigsten Stand seit Februar, was den Inflationsdruck insgesamt verringert und den geldpolitischen Handlungsdruck auf die Europäische Zentralbank reduziert.
Ein weiterer Lichtblick kommt aus den Lieferketten. Die Verzögerungen bei den Zulieferern gingen spürbar zurück, sodass die Industrie ihre Lagerbestände an Vorprodukten erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder aufbauen konnte. Die Einkaufsaktivität blieb dabei stabil.
Für die kommenden Monate bleiben die Unternehmen vorsichtig optimistisch. Die Geschäftserwartungen erreichten den höchsten Stand seit Februar, liegen aber weiterhin unter dem Niveau vor dem Ausbruch des Nahostkriegs. S&P Global geht auf Basis der aktuellen PMI-Daten davon aus, dass die Wirtschaftsleistung der Eurozone derzeit einem Quartalswachstum von rund 0,3 Prozent entspricht. Risiken bleiben jedoch steigende Energiepreise sowie mögliche neue Belastungen der Lieferketten infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.