EU-Parlament billigt neues Stahl-Handelsschutzinstrument
von Hubert Hunscheidt
Das Europäische Parlament hat den neuen EU-Handelsschutzmechanismen für Stahl mit großer Mehrheit zugestimmt. Nach Angaben von EUROFER votierten 606 Abgeordnete für die Maßnahme, 17 dagegen, 39 enthielten sich.
Die europäische Stahlindustrie bewertet die Entscheidung als wichtigen Schritt zur Stabilisierung des europäischen Marktes angesichts steigender Importe, globaler Überkapazitäten und zunehmender protektionistischer Maßnahmen weltweit.
„Das ist ein wichtiges Signal, dass die EU bereit ist, ihre industrielle Basis, Sicherheit und strategische Autonomie zu verteidigen“, erklärte EUROFER-Generaldirektor Axel Eggert. Zugleich forderte der Verband eine fristgerechte Umsetzung der Regelung zum 1. Juli 2026, wenn die bisherigen Schutzmaßnahmen auslaufen.
Das neue System sieht verschärfte Zollkontingente (TRQ), zusätzliche Instrumente gegen Umgehungstatbestände sowie einen Strafzoll von 50 Prozent auf Importmengen oberhalb der festgelegten Quoten vor. Gleichzeitig betont EUROFER, dass die EU mit weiterhin rund 18 Millionen Tonnen zollfreien Stahlimporten pro Jahr einer der offensten Stahlmärkte weltweit bleibe.
Darüber hinaus fordert der Verband weitere Maßnahmen zur Unterstützung der europäischen Stahlindustrie. Dazu zählen insbesondere wettbewerbsfähige Energiepreise, ein wirksamer CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) sowie Maßnahmen gegen globale Stahlüberkapazitäten.
Quelle: EUROFER / Foto: marketSTEEL