Erstmals seit Corona-Krise: Über 180.000 Arbeitslose in M+E-Berufen

von Hubert Hunscheidt

 

Nach den heute von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen waren 180.300 Personen in qualifizierten M+E-Berufen (Berufsabschluss oder Akademiker) arbeitslos gemeldet. Damit stieg die Arbeitslosigkeit um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Erstmals seit Februar 2021 stieg die Anzahl der Arbeitslosen in M+E-Berufen damit wieder über die kritische Marke von 180.000. Abgesehen vom Corona-Jahr 2020 wurde der höchste August-Wert seit 2010 registriert.

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander: „Der Arbeitsmarkt zeigt immer deutlicher die Auswirkungen der Deindustrialisierung. Pro Monat gehen allein in der M+E-Industrie 10.000 Arbeitsplätze verloren. Für eine Trendumkehr müssen die Kosten am Standort sinken. Zu hohe Steuern, Abgaben, Energiekosten und Bürokratie verhindern Investitionen und vernichten Arbeitsplätze. Der Bundeskanzler hat auf der Kabinettsklausur in dieser Woche klargemacht, dass er das Tempo beim eingeschlagenen Reformkurs erhöhen und die Voraussetzungen für das Wachstum und die Beschäftigung von morgen schaffen will. Dazu gehört das Umsetzen der Rentenreform, das Stabilisieren und langfristige Rückführen der Sozialversicherungsbeiträge auf 40 Prozent sowie die im Koalitionsvertrag vereinbarte und längst überfällige Reform des Arbeitszeitgesetzes mit der gesetzlich verankerten Wochenarbeitszeit ohne Tarifvorbehalt sowie dem klaren Bekenntnis zur Vertrauensarbeitszeit ohne Zeiterfassung.“

Quelle: Gesamtmetall / Foto: marketSTEEL