Erneuerbarer Strom für Salzgitters grüne Stahlproduktion

von Hubert Hunscheidt

Iberdrola Deutschland hat ein neues Solarkraftwerk mit einer installierten Leistung von 65 Megawatt peak (MWp) in Sachsen-Anhalt fertiggestellt. Die Anlage erstreckt sich über 45 Hektar und umfasst mehr als 92.000 Solarmodule. Der produzierte Strom wird über ein Power Purchase Agreement (PPA) vollständig von der Salzgitter AG abgenommen und in die Umstellung der Stahlproduktion integriert. Ziel ist es, die Versorgung mit erneuerbarem Strom zu sichern und die Dekarbonisierung eines energieintensiven Industriezweigs durch Elektrifizierung weiter voranzutreiben.

Nach Angaben des Unternehmens wird der Solarpark jährlich rund 60 Gigawattstunden erzeugen. Das entspricht rechnerisch dem Strombedarf von mehr als 20.000 Haushalten und soll zugleich über 23.000 Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr vermeiden. Iberdrola sieht das Projekt als Baustein für den Ausbau des deutschen Onshore-Portfolios und als Beispiel für industrielle Langfristkooperationen: Geschäftsführer Felipe Montero betont, die Kombination aus Partnern, Technologie und verlässlicher Zusammenarbeit könne die Energiewende „konkret voranbringen“ – und mit der Salzgitter AG sei ein Partner an Bord, der sich klar zur nachhaltigen Transformation bekenne.

Auf Abnehmerseite verweist Salzgitter auf die Bedeutung stabiler Liefer- und Partnernetzwerke für SALCOS (Salzgitter Low CO₂ Steelmaking). Ralph Schaper, Leiter Energiemanagement bei der Salzgitter Flachstahl GmbH, hebt hervor, dass die Transformation hin zu CO₂-armen Produktionsprozessen und Produkten auf „starke Partnerschaften“ angewiesen sei.

Der Bau des Solarparks erfolgte in mehreren koordinierten Projektphasen. Dabei arbeitete Iberdrola mit spezialisierten Projektpartnern wie Solarpro, P&Q und EMT zusammen; zudem waren regionale Unternehmen in Planung und Umsetzung eingebunden. Damit soll das Projekt neben der Energieversorgung auch regionale Wertschöpfung unterstützen und Arbeitsplätze sichern.