Autor: von Angelika Albrecht

22.05.2020

Erholung in der osteuropäischen Metallindustrie

Düsseldorf - Die europäische Stahl- und Metallindustrie hatte einen starken Markteinbruch erlitten. Stahlproduzenten sowie die meisten Gießereien in der Tschechischen Republik, Ungarn, Polen und Slowenien – wichtige Zentren der Metallurgie in Mitteleuropa – waren mit einem erheblichen Nachfragerückgang bei Walzstahl konfrontiert. Metalshub, Betreiber eines digitalen B2B-Marktplatzes für Metalle und Ferrolegierungen, sieht nun eine beginnende Erholung in der osteuropäischen Metallindustrie.

Laut Worldsteel repräsentieren die osteuropäischen Stahl- und Metallindustrien etwa 12% (ca. 16 Millionen Tonnen) der gesamten Kohlenstoffstahlproduktion innerhalb des EU27 Wirtschaftsraums. Die Stahlproduzenten und Stahlgießereien in Mitteleuropa sind besonders eng in die Produktionsketten in Deutschland, Italien, Österreich und Frankreich eingebunden. Der plötzliche Nachfragerückgang und die durch Quarantäne-Maßnahmen erzwungene Stilllegung der Produktion in ganz Westeuropa versetzte dem Metallsektor in Mitteleuropa einen schweren Schlag. Im ersten Quartal sank die Stahlproduktion in dieser Region um 13%, während die Gesamtproduktion in der EU27 Region um 11% zurückging.

Die Länder mit den stärksten Auswirkungen waren Polen und Ungarn, wo die Stahlproduktion im gesamten ersten Quartal um jeweils 19% und 18% zurückging. Der Rückgang in Polen kam weitestgehend daher, dass sich die hier ansässige Produktion auf flachgewalzte Erzeugnisse für die lokale Automobilherstellung konzentriert. Auch die ungarischen Gießereien verzeichneten eine schwächere Nachfrage nach Automobilkomponenten. Die Einstellung der Automobilproduktion in Deutschland führte daher Mitte April zu einer Schließung von Gießereien in Polen und Ungarn.

Andere osteuropäische Nachbarn, wie die Tschechische Republik und Slowenien, spürten geringere Auswirkungen auf die Kohlenstoffstahlproduktion. Hier machte der relativ hohe inländische Stahlverbrauch die Stahlproduzenten weniger abhängig von der Nachfrage aus Deutschland und Italien, was zu einem geringen Produktionsrückgang von 2 % bzw. 0,5 % führte. Aufgrund der Schließung vieler Betriebe und Personalabwesenheitwurden wurde jedoch Beschaffung und Verkauf von Metallerzeugnissen derart beeinträchtigt, dass es schwierig war, betriebliche Aktivitäten zu koordinieren.

Für die Arbeit im Homeoffice sowie die Koordination der Beschaffung in der Quarantänezeit erwiesen sich digitale Technologien wie sie die Metalshub-Plattform bietet als wertvolle und nützliche Hilfe. Ein Vertreter der Gießerei-Branche in der Tschechischen Republik bemerkte während der Quarantänezeit: „Metalshub war eines der wenigen digitalen Werkzeuge, das uns wirklich geholfen hat, die Situation reibungslos zu überstehen".

Aktuell gibt es laut Metalshub deutliche Anzeichen dafür, dass sich die Situation für den Konsum von Walz- und Gussprodukten seit Anfang Mai verbessert Autohersteller in Deutschland haben die Produktion wieder gestartet und auch in Italien dürfen metallverarbeitende Industrien den Betrieb wieder aufnehmen, sofern sie die strengen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften im Hinblick auf COVID-19 einhalten.

Wie Metalshub berichtet, haben slowenische Gießereien den Betrieb mit vollständiger Kapazitätsauslastung seit der ersten Mai-Woche wieder aufgenommen. Als Reaktion auf die erwartete wachsende Nachfrage seitens italienischer Fabriken bestätigen auch Quellen in Polen die Reaktivierung des Einkaufs von Rohstoffen und Ferrolegierungen. Polnische Lieferanten bereiten sich darauf vor, wieder Material für den Export anzubieten – dies war bisher aufgrund der Grenzschließungen erschwert.


Über Metalshub

Metals Hub GmbH wurde 2016 gegründet, hat seinen Sitz in Düsseldorf und ist weltweit tätig. Metalshub betreibt einen digitalen B2B-Marktplatz für Metalle, Ferrolegierungen und Spezialmetalle. Das Team besteht aus erfahrenen und professionellen Softwareentwicklern, Business Development Managern und Marketingexperten aus über 10 Nationen mit umfangreicher Erfahrung im physischen Metallhandel und in der Logistik. Der aktive Handel auf der digitalen Plattform von Metalshub begann im Dezember 2017.

Quelle und VorschaubildMetals Hub GmbH