Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe Berichtsmonat Mai 2025
von Hubert Hunscheidt

Nach einem Dämpfer im Vormonat stieg das Produktionsvolumen im Produzierenden Gewerbe im Mai wieder spürbar an. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes [1] nahm der Ausstoß preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 1,2 % zu, nachdem im April ein Rückgang um 1,6 % zu verzeichnen war. Während die Produktion von Industriegütern (+1,4 %) und Energie (+10,8 %) zulegte, ging die Bauproduktion um 3,9 % zurück.
Innerhalb der Industrie stellte sich die Entwicklung dabei sehr unterschiedlich dar. Die Produktion von pharmazeutischen Erzeugnissen (+10,0 %), Kfz und Kfz-Teilen (+4,9 %) sowie Metallerzeugnissen (+0,6 %) konnte gesteigert und damit Rückgänge in den Vormonaten teilweise wieder ausgeglichen werden. Demgegenüber verringerte sich die Ausbringung von chemischen Erzeugnissen (-3,8 %), elektrischen Ausrüstungen (-3,1 %) und im Maschinenbau (‑0,4 %). Auch in den energieintensiven Industrien war im Mai – wie schon im Vormonat – ein spürbarer Produktionsrückgang zu verzeichnen (-1,8 %).
Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich legte die Ausbringungsmenge mit einem Plus von 1,4 % etwas stärker zu als in den vorigen Monaten. Dieser Anstieg ist auf eine deutliche Steigerung der Industrieproduktion (+2,2 %) zurückzuführen, während der Ausstoß im Baugewerbe (-1,7%) spürbar abnahm und die Energieproduktion (-0,1 %) nahezu stagnierte.
Die Industrieproduktion scheint ihre seit Jahresbeginn zu beobachtende Aufwärtsbewegung fortzusetzen, nachdem sie infolge der US-Zollankündigungen im April einen vorübergehenden Dämpfer erlitten hatte. Unmittelbar vor Ablauf der Aussetzungsfrist der durch die US-Administration verhängten reziproken Zölle ist die weitere Entwicklung jedoch von hoher Unsicherheit geprägt. Inwiefern die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Sommerhalbjahr weiterhin Tritt fassen kann, wird wesentlich von der Entwicklung der handels- und geopolitischen Rahmenbedingungen abhängen.
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie / Foto: marketSTEEL