Energiewende am Limit: Wie Deutschlands Solarboom der Industrie schadet
von Hubert Hunscheidt

Deutschland produziert so viel Sonnenstrom wie nie zuvor. Im Mai deckte Solarenergie rund 30 Prozent der gesamten Stromproduktion ab. Doch die Euphorie hat einen Haken: Der Strom fließt oft zur falschen Zeit – vor allem mittags, wenn der Bedarf gering ist. Die Folge: dramatische Preisverfälle an der Strombörse. Teilweise rutschten die Preise auf bis zu minus 250 Euro pro Megawattstunde. Ein absurdes Szenario, das deutsche Erzeuger dazu zwingt, Geld zu zahlen, um ihren Strom im Ausland abzugeben.
Statt einer Entlastung für Verbraucher und Unternehmen sorgt das System für steigende Belastungen. Denn trotz der negativen Börsenpreise greift das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) – Betreiber erhalten ihre garantierte Einspeisevergütung. Je tiefer der Marktpreis, desto höher der staatliche Ausgleich. Die Zeche zahlen Haushalte und Betriebe über Umlagen, Netzentgelte und Steuern.
In der Solarbranche ist längst vom „Kannibalenmarkt“ die Rede: Neue Anlagen drücken die Erlöse bestehender Erzeuger. Trotzdem hält die Politik am ungebremsten Ausbau fest. Gleichzeitig fehlen intelligente Stromzähler, Speichertechnologien und Netzkapazitäten. Ein funktionierender Marktmechanismus? Fehlanzeige.
Zeit für einen realistischen Energiemix
Die Bürger zahlen mehrfach: über Steuern, über Strompreise, durch Arbeitsplatzverluste. Besonders die Industrie – etwa in der Stahl- und Autobranche – leidet. Sonnenstrom allein sichert keine Zukunft. Ohne marktwirtschaftliche Prinzipien und verlässliche Infrastruktur rutscht die Energiewende endgültig in ein Milliardengrab.
Quelle: Blackout News GmbH / Foto: marketSTEEL