Energie: Abverkauf am Ölmarkt geht weiter

Frankfurt - Die Ölpreise wandern weiter munter hoch und runter. Letzte Woche waren sie gestiegen, gestern fielen die Preise wieder um 4-5% auf 34,5 USD (WTI) bzw. 37,5 USD je Barrel (Brent). Insgesamt sind laut Commerzbank die Ölpreise damit von den Hochs letzte Woche um 13-15% gefallen.
 
Aktuell scheint die Förderdisziplin der OPEC gut, andernorts fällt die Ölproduktion. Dies dürfte auch weiterhin der Fall sein. Die Commerzbank geht jedoch davon aus, dass die asiatischen Raffinerien im Juli aufgrund der Produktionskürzungen deutlich weniger Rohöl aus Saudi-Arabien erhalten werden. Auch in den USA zeigt der für den Ölpreis langfristig ausschlaggebende Schieferölsektor noch keine Anzeichen einer Wiederbelebung. Die Anzahl der US-Ölbohrungen ist laut Commerzbank erstmals seit Juni 2009 unter 200 gefallen. Zu Jahresbeginn lag deren Anzahl noch bei 677.

In China ist die Rohölproduktion im Mai auf 16,46 Mio. Tonnen bzw. 3,9 Mio. Barrel täglich gestiegen. Sie lag damit nicht nur etwas höher als im April, sondern auch 1,3% höher als im Vorjahr. Dem steht allerdings eine deutlich stärkere Nachfrage (der Raffinerien) gegenüber. Die Raffinerieverarbeitung stieg im Mai auf 13,7 Mio. Barrel täglich, was einem Anstieg um 8,2% ggü. Vorjahr entspricht. Höher war sie in der Vergangenheit nur im letzten Dezember.

Die Commerzbank glaubt jedoch, dass die schwächeren Wirtschaftsdaten und Sorgen vor einer zweiten Welle der Covid-19-Pandemie den Ölmarktausblick wieder eintrüben. Außerhalb Chinas bleibt die Nachfrage weiterhin schwach, weshalb die Commerzbank kurzfristig mit einem weiteren Preisrückgang rechnet.


QuelleCommerzbank AG / Commerzbank Commodity Research  / Vorschaubild: fotolia

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