Einkaufsmanagerindex signalisiert erstes Wachstum seit 44 Monaten
von Hubert Hunscheidt
Ein deutliches Plus bei der Produktion und die steigende Anzahl an Neuaufträgen sind die Hauptursachen dafür, dass der gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) erstellte HCOB Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) - ein Indikator für das Geschäftsklima - im Februar 2026 erstmals seit mehr als dreieinhalb Jahren wieder in der Wachstumszone notierte. Der EMI erreichte 50,9 Punkte nach 49,1 Punkten im Januar. Einfluss auf die positive Entwicklung hatte zudem ein langsamerer Rückgang bei der Beschäftigung.
Die Produktion wurde im Februar das zweite Mal in Folge ausgeweitet, die Zuwachsrate beschleunigte sich auf den höchsten Stand seit September 2025. Getragen wurde der Aufschwung vor allem vom Investitionsgüterbereich. Ein Plus verzeichneten allerdings auch die Hersteller von Vorleistungsgütern.
Bei den Neuaufträgen zog den Umfrageteilnehmende zufolge die Nachfrage aus dem In- und Ausland deutlich an. Der Index notierte auf dem höchsten Stand seit fast vier Jahren.
Optimismus der Einkaufsmanager steigt
Die Geschäftsaussichten haben sich im Februar dieses Jahres zum vierten Mal in Folge verbessert und erreichten den höchsten Stand seit Februar 2022. Optimistisch äußerten sich die Marktteilnehmenden hinsichtlich der allgemeinen Marktlage und der Entwicklung neuer Produkte.
Einkaufspreise steigen deutlich
Die Umfrageergebnisse zeigen außerdem, dass der Kostendruck für die Hersteller weiter zunimmt. So verteuerten sich die Einkaufspreise so stark wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Verantwortlich waren dafür höhere Rohstoffpreise (insbesondere Metalle und Elektronik), Energiekosten, Lohnsteigerungen sowie der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM). Zudem zogen die Erzeugerpreise erstmals seit vier Monaten geringfügig wieder an.
Die wichtigsten Ergebnisse im Konsumgüterbereich
- Rückgänge bei Produktion und Auftragseingang
- Beschäftigung und Einkaufsmenge rückläufig, Bestände wachsen
- Kosteninflation steigt auf 39-Monatshoch
Die wichtigsten Ergebnisse im Vorleistungsgüterbereich
- Produktion steigt durch Umsatzwachstum
- Vormateriallager wachsen erstmals seit mehr als drei Jahren
- Stellenabbau schwächst sich ab
Die wichtigsten Ergebnisse im Investitionsgüterbereich
- Plus bei Auftragseingängen, Fertigung, Exportaufträgen und Einkaufsmenge
- Erster Anstieg der Verkaufspreise seit Dezember 2023
- Geschäftsaussichten auf höchstem Stand seit vier Jahren
Quelle: Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) / Foto: Fotolia