Effizienzoffensive 2030: Industrie sucht Wege aus Kosten- und Klimadruck

von Hubert Hunscheidt

Wie sich energieintensive Industrien in Europa wettbewerbsfähig halten können, stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Effizienzoffensive 2030 – Impulse für die Prozessindustrie“, zu der das österreichische Beratungsunternehmen Horn & Company Anfang März nach Düsseldorf eingeladen hatte. Vertreter aus Chemie, Stahl, Pharma und Grundstoffindustrie diskutierten dabei konkrete Ansätze zur Steigerung von Energie- und Ressourceneffizienz.

Horn & Company ist auf Prozessoptimierung, Nachhaltigkeitsstrategien und Effizienzsteigerungen in der Industrie spezialisiert und betreut nach eigenen Angaben mehr als 200 Industriekunden. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, wachsender regulatorischer Anforderungen und der Transformation hin zu klimafreundlicher Produktion rücken Effizienzprogramme für viele Unternehmen zunehmend in den Fokus.

Ein besonderer Programmpunkt war der Beitrag von Andre Oeltjen, CFO des Chemiekonzerns INEOS. In seinem Vortrag skizzierte er die operativen und strategischen Herausforderungen, mit denen energieintensive Industrien derzeit am Standort Deutschland konfrontiert sind. Dazu zählen insbesondere hohe Energiekosten, regulatorische Unsicherheiten sowie der wachsende Druck zur Dekarbonisierung.

Im Zentrum der Veranstaltung standen praxisnahe Beispiele für Effizienzsteigerungen in industriellen Prozessen. Diskutiert wurden unter anderem Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung, optimierte Anlagentechnik sowie der Einsatz hocheffizienter Motoren und Pumpen. Auch digitale Lösungen wie Prozessmining, datenbasierte Prozessanalysen und Energie-Monitoring wurden als wichtige Instrumente zur Identifikation von Einsparpotenzialen vorgestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf strategischen Transformationspfaden bis 2030. Dazu gehören Elektrifizierungsstrategien, Fuel-Switch-Konzepte sowie neue Ansätze für Energie- und Ressourceneffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Viele der vorgestellten Projekte zielen darauf ab, bereits innerhalb weniger Wochen messbare Effizienzgewinne zu realisieren.

Neben den technischen Aspekten spielte auch der regulatorische Rahmen eine wichtige Rolle. Beiträge zum EU-Green-Deal, zu nationalen Energieeffizienzvorgaben sowie zur EU-Taxonomie zeigten, wie stark politische Vorgaben die Investitionsentscheidungen der Industrie beeinflussen.

Die Veranstaltung bot darüber hinaus eine Plattform für den Austausch zwischen Industrieunternehmen, Technologieanbietern und Beratern. Ziel ist es, konkrete Projekte zur Effizienzsteigerung anzustoßen und Kooperationen für Pilotprojekte und branchenübergreifende Effizienznetzwerke zu entwickeln.

Gerade für energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie könnten solche Ansätze eine wichtige Rolle spielen. Effizienzsteigerungen in Anlagen, Digitalisierung von Produktionsprozessen und intelligente Energiekonzepte gelten als zentrale Hebel, um Energiekosten zu senken und gleichzeitig den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren.

Quelle und Fotos: Horn & Company CEE GmbH