EAF-Schlacke von SSAB als neuer Bindemittel-Baustein

von Hubert Hunscheidt

Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials treibt die Entwicklung klimafreundlicher Zementlösungen weiter voran. Gemeinsam mit dem Stahlhersteller SSAB arbeitet das Unternehmen an der Nutzung von Schlacken aus der Elektrostahlerzeugung (EAF-Schlacke) als alternatives Bindemittel in Zement.

Ziel des auf vier Jahre angelegten Forschungsprojekts ist es, EAF-Schlacke als sogenanntes Supplementary Cementitious Material (SCM) nutzbar zu machen und damit den CO₂-Ausstoß in der Bauindustrie signifikant zu reduzieren. Das Projekt wird mit mehr als 20 Millionen schwedischen Kronen durch den Just Transition Fund gefördert.

Kreislaufwirtschaft im Fokus

Für Heidelberg Materials eröffnet die Nutzung von EAF-Schlacke neue Perspektiven in der Kreislaufwirtschaft. Bereits heute verwendet das Unternehmen Schlacken aus der Stahlproduktion als Rohstoff in der Zementherstellung. Das aktuelle Projekt geht einen Schritt weiter, indem gezielt Verfahren zur Aufbereitung und Optimierung dieser Nebenprodukte entwickelt werden. „Wir sehen großes Potenzial darin, EAF-Schlacke als Bestandteil unserer Strategie zur CO₂-Reduktion einzusetzen“, erklärt Magnus Ohlsson, CEO von Heidelberg Materials Cement Sverige. Ziel sei es, innovative Baustoffe zu entwickeln, die sowohl ökologischen als auch industriellen Anforderungen gerecht werden.

Von der Forschung zur industriellen Anwendung

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung skalierbarer Verfahren – von der Laborphase bis hin zu Pilotanwendungen. Dabei wird untersucht, wie sich EAF-Schlacke optimal aufbereiten lässt und welche Eigenschaften sie in Zement- und Betonanwendungen entfaltet. Neben Heidelberg Materials und SSAB sind führende Forschungseinrichtungen wie die Technische Universität Luleå, die Universität Oulu sowie das Forschungsinstitut Swerim beteiligt. Die Bündelung dieser Kompetenzen soll den Transfer von der Forschung in die industrielle Praxis beschleunigen.

Beitrag zur Dekarbonisierung der Bauindustrie

Die Initiative ist Teil einer langfristigen Strategie von Heidelberg Materials, den CO₂-Fußabdruck seiner Produkte zu reduzieren. Angesichts steigender Anforderungen an nachhaltiges Bauen gewinnt die Entwicklung alternativer Bindemittel zunehmend an Bedeutung. Durch die Kombination von industrieller Expertise und wissenschaftlicher Forschung soll eine Lösung entstehen, die künftig in großem Maßstab eingesetzt werden kann – und damit einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Bau- und Stahlwertschöpfungskette leistet.

Quelle und Foto: SSAB AB