Deutschland bekommt die erste nachhaltige Schiffsrecyclinganlage

von Hubert Hunscheidt

Für Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow, der die Nachricht während eines Wirtschaftsforums im Maritimen Industrie- und Gewerbepark Volkswerft Stralsund bekannt gab, ist dieser Tag der Beginn einer neuen Ära: „Mit Leviathan gehen wir einen großen Schritt weiter in Richtung einer multifunktionalen, breit aufgestellten Volkswerft, die maritime Tradition mit neuen Technologien verbindet.“

„Wir freuen uns über diesen wichtigen Meilenstein auf dem Weg von Leviathan, eine hochmoderne Schiffsrecyclinganlage zu errichten. Diese wird einen signifikanten Beitrag zur europäischen Kreislaufwirtschaft leisten, indem sie Stahlwerken hochwertigen Stahlschrott mit sehr geringem CO2-Fußabdruck als Rohstoff für die CO2 ärmere Produktion von Neustahl bereitstellt“, sagt Karsten Schumacher, geschäftsführender Gesellschafter von Leviathan.

„Die Anlage bietet uns deutliche Vorteile. Mit einem 300 m langen Schiffshebewerk und einer 140 m langen Schiffbauhalle haben wir viele Möglichkeiten zur Verfügung. Wir haben unseren Proof-of-Concept in Kiel erfolgreich durchgeführt und können Schiffe sehr effizient, sauber und nahezu ohne CO2-Emission zerschneiden. Jetzt gehen wir den nächsten Schritt, unsere Automatisierung weiter zu verbessern. Wir haben noch eine Menge Ideen zu entwickeln, bauen und testen. Unsere Roboter, Computer und Pumpen arbeiten gerne draußen, aber das Testen, Tüfteln und die Entwicklung ist für unsere Angestellten immer einfacher in einer Halle.

Leviathan hat noch ein vorhandenes Schiff zu recyceln und eine Reihe weiterer kleinerer Schiffe in der Pipeline für den geplanten Technikums- und Probebetrieb. Es gibt ein klares Signal von Schiffseignern, dass es eine starke Nachfrage für Leviathans Angebot gibt.  

„Wir freuen uns über das Interesse von Eignern kleinerer Schiffe (bis 50m Länge), denn diese sind für unseren technologischen Entwicklungs- und Optimierungsprozess gut geeignet", so Karsten Schumacher weiter. Die nächste operative Entwicklungsphase wird sich auf die Verbesserung des Verfahrens für kleine Schiffe konzentrieren, anschließend wird Leviathan die Technologie ausbauen, um am Standort Schiffe bis zu einer Länge von 140 m zu recyceln. Später wird das Konzept auf eine Größe von Schiffen bis zu 350 m Länge ausgebaut.

„Vor uns liegen spannende Zeiten", fügt Simeon Hiertz hinzu. „Wir werden in den kommenden Monaten eine Einstellungskampagne starten, nicht nur für Stralsund, sondern auch für unseren Hauptsitz in Bremen. Wir werden auf der Suche nach lokalen, regionalen und globalen Talenten sein, die zum Aufbau von automatisierten Schiffsrecyclinganlagen und -technologien beitragen können. Wir danken allen bisherigen Unterstützern und Investoren für die Begleitung in den letzten Monaten und freuen uns, dass unsere Aktivitäten in Stralsund von Strela Shiprepair GmbH mit lokaler Expertise und gutem Netzwerk tatkräftig unterstützt werden.“

Quelle und Foto: Leviathan GmbH

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