Deutscher Stahlhandel hält hohes Niveau – Absatz im Mai leicht rückläufig
von Hubert Hunscheidt
Der deutsche Stahlhandel hat im Mai 2026 einen Lagerabsatz von 785.895 Tonnen Walzstahlfertigerzeugnissen erzielt. Gegenüber April (821.089 Tonnen) entspricht dies einem Rückgang von rund 4,3 Prozent. Im Vergleich zum Mai 2025, als 749.696 Tonnen abgesetzt wurden, ergibt sich jedoch ein Plus von knapp 4,8 Prozent.
Besonders die Flachprodukte gaben im Monatsvergleich nach. Ihr Absatz sank von 472.161 Tonnen im April auf 437.496 Tonnen im Mai. Langprodukte entwickelten sich dagegen vergleichsweise stabil und erreichten mit 270.213 Tonnen nahezu das Niveau des Vormonats. Auch die sonstigen Erzeugnisse, darunter Walzdraht und warmgewalzter Bandstahl, legten gegenüber April leicht zu.
Nach dem außergewöhnlich starken ersten Quartal mit einem durchschnittlichen Lagerabsatz von rund 859.800 Tonnen pro Monat bleibt das Marktgeschehen damit auf einem insgesamt soliden Niveau. Insbesondere der März hatte mit 943.927 Tonnen den höchsten Monatswert seit längerer Zeit markiert.
Bei den Lagerbeständen zeigt sich weiterhin ein stabiles Bild. Ende Mai summierten sich die Bestände an Walzstahlfertigerzeugnissen auf 1,876 Millionen Tonnen und lagen damit leicht unter dem Niveau vom März (1,899 Millionen Tonnen). Während die Bestände bei Langprodukten zurückgingen, blieben die Vorräte bei Flachprodukten nahezu unverändert hoch.
Insgesamt deutet die aktuelle Statistik der BDS AG auf eine weiterhin robuste Nachfrage im Stahlhandel hin. Zwar hat sich die Dynamik nach dem starken Jahresauftakt etwas normalisiert, die Absatzmengen bewegen sich jedoch weiterhin über den Vergleichswerten des Vorjahres. Gleichzeitig sorgen die stabilen Lagerbestände für eine weiterhin solide Versorgung des Marktes.
Quelle: BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel / Foto: marketSTEEL