Deutsche Industrie verliert seit 2019 fast 500.000 Arbeitsplätze
von Hubert Hunscheidt
Der Strukturwandel in Deutschland hinterlässt deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Zwischen Anfang 2019 und Ende 2025 gingen in der deutschen Industrie rund 496.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren. Das entspricht einem Rückgang von 7,1 Prozent. Gleichzeitig entstanden im Dienstleistungssektor mehr als 2,2 Millionen zusätzliche Stellen. Darauf weist das ifo Institut in einer aktuellen Analyse zur Beschäftigungsentwicklung hin.
Besonders betroffen sind demnach der Automobilbau und der Maschinenbau – zwei Branchen, die über Jahrzehnte zu den wichtigsten Wachstumstreibern der deutschen Wirtschaft gehörten.
„Deutschland erlebt einen verschärften Strukturwandel. Ausgerechnet die Branchen schrumpfen, die bisher unseren Wohlstand getragen haben“, erklärt Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der ifo Niederlassung Dresden.
Beschäftigungswachstum vor allem im Dienstleistungssektor
Während die Industrie Arbeitsplätze abbaut, verzeichnen insbesondere das Gesundheits- und Sozialwesen sowie die öffentliche Verwaltung einen deutlichen Beschäftigungszuwachs. Die Entwicklung zeigt, wie stark sich die Beschäftigungsstruktur der deutschen Wirtschaft innerhalb weniger Jahre verändert hat.
Nach Einschätzung des ifo Instituts könnte der Bedeutungsverlust industrieller Branchen das künftige Wirtschaftswachstum beeinträchtigen. Gerade der Automobil- und Maschinenbau spielen eine wichtige Rolle für die industrielle Wertschöpfung und die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands.
Fachkräfteangebot und Nachfrage passen nicht immer zusammen
Der Stellenabbau in der Industrie bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass der Fachkräftemangel in anderen Wirtschaftsbereichen entschärft wird. Das ifo Institut verweist auf einen sogenannten qualifikatorischen und regionalen Mismatch: Die Fähigkeiten freigesetzter Beschäftigter entsprechen nicht immer den Anforderungen offener Stellen. Hinzu kommt, dass Arbeitsplätze und verfügbare Fachkräfte häufig in unterschiedlichen Regionen angesiedelt sind.
Damit birgt der Strukturwandel ein doppeltes Risiko. Einerseits gehen industrielle Arbeitsplätze verloren, andererseits können offene Stellen in wachsenden Wirtschaftsbereichen möglicherweise nicht besetzt werden.
Die Analyse des ifo Instituts macht deutlich, dass der Beschäftigungswandel über konjunkturelle Schwankungen hinausgeht. Er verändert die wirtschaftliche Struktur Deutschlands und stellt
Der Strukturwandel in Deutschland hinterlässt deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Zwischen Anfang 2019 und Ende 2025 gingen in der deutschen Industrie rund 496.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren. Das entspricht einem Rückgang von 7,1 Prozent. Gleichzeitig entstanden im Dienstleistungssektor mehr als 2,2 Millionen zusätzliche Stellen. Darauf weist das ifo Institut in einer aktuellen Analyse zur Beschäftigungsentwicklung hin.
Besonders betroffen sind demnach der Automobilbau und der Maschinenbau – zwei Branchen, die über Jahrzehnte zu den wichtigsten Wachstumstreibern der deutschen Wirtschaft gehörten.
„Deutschland erlebt einen verschärften Strukturwandel. Ausgerechnet die Branchen schrumpfen, die bisher unseren Wohlstand getragen haben“, erklärt Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der ifo Niederlassung Dresden.
Beschäftigungswachstum vor allem im Dienstleistungssektor
Während die Industrie Arbeitsplätze abbaut, verzeichnen insbesondere das Gesundheits- und Sozialwesen sowie die öffentliche Verwaltung einen deutlichen Beschäftigungszuwachs. Die Entwicklung zeigt, wie stark sich die Beschäftigungsstruktur der deutschen Wirtschaft innerhalb weniger Jahre verändert hat.
Nach Einschätzung des ifo Instituts könnte der Bedeutungsverlust industrieller Branchen das künftige Wirtschaftswachstum beeinträchtigen. Gerade der Automobil- und Maschinenbau spielen eine wichtige Rolle für die industrielle Wertschöpfung und die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands.
Fachkräfteangebot und Nachfrage passen nicht immer zusammen
Der Stellenabbau in der Industrie bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass der Fachkräftemangel in anderen Wirtschaftsbereichen entschärft wird. Das ifo Institut verweist auf einen sogenannten qualifikatorischen und regionalen Mismatch: Die Fähigkeiten freigesetzter Beschäftigter entsprechen nicht immer den Anforderungen offener Stellen. Hinzu kommt, dass Arbeitsplätze und verfügbare Fachkräfte häufig in unterschiedlichen Regionen angesiedelt sind.
Damit birgt der Strukturwandel ein doppeltes Risiko. Einerseits gehen industrielle Arbeitsplätze verloren, andererseits können offene Stellen in wachsenden Wirtschaftsbereichen möglicherweise nicht besetzt werden.
Die Analyse des ifo Instituts macht deutlich, dass der Beschäftigungswandel über konjunkturelle Schwankungen hinausgeht. Er verändert die wirtschaftliche Struktur Deutschlands und stellt Unternehmen wie Arbeitsmarktpolitik vor langfristige Herausforderungen.
Das ausführliche Dokument steht hier zur Verfügung.
Quelle: ifo Institut / Foto: marketSTEEL