Der erste seiner Art weltweit: Hochofen mit Paul Wurth-Dekarbonisierungstechnologie
von Hubert Hunscheidt
Nach der Fertigstellung wird der Hochofen E von Tata Steel in Jamshedpur weltweit der erste sein, der auf EASyMelt umgerüstet wurde.
T. V. Narendran, CEO und Geschäftsführer von Tata Steel, erklärte: „Der Übergang zur dekarbonisierten Stahlerzeugung wird von unserer Fähigkeit geprägt sein, bestehende Produktionsökosysteme neu zu denken und zu transformieren. Mit einem gezielten Mix aus Technologie, Innovation und starken Partnerschaften treibt Tata Steel diese Transformation voran. Unsere Zusammenarbeit mit SMS group setzt einen wichtigen Meilenstein und beschleunigt unseren Fortschritt zur Erreichung von Netto-Null.“
„Wir schätzen das Vertrauen von Tata Steel in unsere Fähigkeiten. Durch das Engagement des Branchenführers können wir unsere EASyMelt-Technologie industriell verwirklichen. Die Implementierung der ersten EASyMelt-Technologie im industriellen Maßstab ist zukunftsweisend und ebnet den Weg für neue Brownfield-Dekarbonisierungspr
Tata Steel Limited und SMS group haben am 14. Juni 2023 eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Dekarbonisierung der Eisenerzeugung unterzeichnet. Nach einer erfolgreichen FEL-Studie hat Tata Steel beschlossen, das Projekt phasenweise voranzutreiben.
Diese Initiative markiert einen zentralen Fortschritt für Tata Steel bei der Erreichung der Netto-Null-Emissionen bis 2045, einem Ziel, das zu den ehrgeizigsten zählt, die große Stahlunternehmen weltweit verfolgen. Tata Steel und SMS group werden gemeinsam an der Umsetzung und Weiterentwicklung der EASyMelt-Technologie arbeiten.
Diese revolutionäre Technologie ermöglicht den Betrieb von Hochöfen mit minimalem Koksverbrauch. EASyMelt zeichnet sich dadurch aus, dass es Synthesegas in den Reduktionsprozess integriert und so die CO2-Emissionen erheblich senkt. Synthesegas fungiert als Reduktionsmittel und ersetzt die Rolle von Koks im Hochofen. Gichtgas-Recycling wird zur Herstellung von Synthesegas durch Reformieren von kohlenwasserstoffhaltigen Gasen wie Koksofengas verwendet. Das resultierende Synthesegas wird dann auf Schacht- und Blasformebene eingedüst. Plasmabrenner elektrifizieren den Prozess direkt, indem sie das in die Blasform eingedüste Synthesegas überhitzen.
Dieser Prozess ist flexibel hinsichtlich der Energiequellen und kann mit Erdgas, Koksofengas, Wasserstoff, Ammoniak und auch mit Strom betrieben werden. Daher lässt er sich an lokale Verfügbarkeiten und Anforderungen anpassen. Darüber hinaus kann EASyMelt auch weiterhin den konventionellen Sintereinsatz verarbeiten, wodurch die Abhängigkeit vom teuren und knappen Eisenerz, das von Direktreduktionsanlagen benötigt wird, vermieden wird.
Viele Märkte sehen sich konfrontiert mit Herausforderungen der Schrottverfügbarkeit, der Eisenerzqualität und des Zugangs zu grünen Energieträgern. EASyMelt bietet einen pragmatischen und innovativen Weg zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele und schließt die Lücke zwischen der Verfügbarkeit von Eisenerz und der Nachfrage nach grünem Stahl.
Bildtext (v.l.): Peter Kinzel, Head of Green Ironmaking SMS group; Jochen Burg, CEO SMS group; Akshay Khullar, VP Engineering & Projects Tata Steel; Paul Tockert, Executive Vice President CoE Metallurgy SMS group; Kanchinadham Parvatheesam, Tata Steel Company Secretary & Chief Legal Officer).
Quelle und Foto: SMS Group GmbH