Bundesumweltminister fordert Einsatz heimischer Rohstoffe und grünen Stahls in der Automobilindustrie
von Hubert Hunscheidt
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat die deutsche Automobilindustrie dazu aufgerufen, stärker auf heimische Rohstoffe und europäische Stahlproduktion zu setzen. Deutschland benötige weiterhin eine leistungsfähige eigene Stahlindustrie, um wirtschaftlich unabhängig und resilient zu bleiben. Staatliche Unterstützung für den klimafreundlichen Umbau der Stahlherstellung sei daher gerechtfertigt. Diese Einschätzungen erklärte Schneider in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau, das von mehreren deutschen Medien zitiert wurde.
Importmodelle, bei denen Stahlvorprodukte in Regionen mit niedrigen Energiekosten erzeugt und anschließend in Deutschland nur noch weiterverarbeitet werden, lehnt der Minister ab. Stattdessen setzt er auf den Aufbau von Leitmärkten für Stahl, der mit grünem Wasserstoff hergestellt wird. Erste Beschaffungsentscheidungen im Infrastrukturbereich wertet er als positives Signal, während die Automobilindustrie bislang zurückhaltend agiere.
Zur Förderung klimafreundlicher Produktion bringt Schneider zusätzliche Anreize ins Spiel. So könnten künftig verbleibende Emissionen bestimmter Fahrzeugtechnologien durch den Einsatz von grünem Stahl in der Herstellung ausgeglichen werden. Diese Position wolle Deutschland auch auf europäischer Ebene vertreten – ungeachtet möglicher Vorbehalte in Teilen der Branche.
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