Breyden schließt Eisengießerei in Ueckermünde – rund 300 Arbeitsplätze betroffen
von Hubert Hunscheidt
Die deutsche Gießereiindustrie verliert einen weiteren Produktionsstandort. Die Breyden-Gruppe hat angekündigt, ihre Eisengießerei im mecklenburg-vorpommerschen Ueckermünde zum Jahresende 2026 zu schließen. Rund 300 Arbeitsplätze sind von der Entscheidung betroffen. Als Gründe nennt das Unternehmen hohe Energie- und Personalkosten, zunehmenden Wettbewerbsdruck aus China und eine unzureichende Auftragslage.
Das Werk produziert vor allem Gussteile für Fahrzeugbremsen. Bereits seit Jahresbeginn reicht das Auftragsvolumen nach Angaben der Unternehmensführung nicht mehr aus, um die vorhandenen Kapazitäten auszulasten. Auch Modernisierungsmaßnahmen und die Suche nach zusätzlichen Kunden konnten die wirtschaftliche Situation nicht ausreichend verbessern.
Hinzu kommen standortbedingte Kostennachteile. So verteuern lange Transportwege die Beschaffung von Altmetall, das als Rohstoff für die Gussproduktion benötigt wird. Gegenüber dem ebenfalls zur Breyden-Gruppe gehörenden Werk in Neunkirchen im Saarland sieht die Geschäftsführung Ueckermünde deshalb im Nachteil. Künftig soll die Produktion auf andere Standorte konzentriert werden.
Betriebsrat und IG Metall suchen nach Alternativen
Die angekündigte Schließung stößt in der Region auf Widerstand. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Wolfgang Blank und Ueckermündes Bürgermeister Tino Spiegelberg haben sich für den Erhalt des Standorts ausgesprochen. Gespräche mit der Unternehmensführung führten bislang jedoch zu keiner Änderung der Entscheidung.
Betriebsrat und IG Metall wollen gemeinsam mit externen Fachleuten Möglichkeiten für einen Weiterbetrieb prüfen. Parallel dazu sind Verhandlungen über einen Sozialplan vorgesehen. Die IG Metall hatte zunächst 283 unmittelbar betroffene Beschäftigte genannt.
Eine mögliche berufliche Perspektive für einen Teil der Belegschaft könnte die benachbarte Silbitz Group in Torgelow bieten. Der Gießereibetrieb produziert unter anderem Komponenten für Windkraftanlagen und Schiffsdieselmotoren und hat Interesse an Fachkräften aus Ueckermünde signalisiert. Wie viele Beschäftigte dort tatsächlich eine neue Stelle finden könnten, ist noch offen.
Die geplante Werksschließung verdeutlicht die angespannte Lage energieintensiver Gießereibetriebe in Deutschland. Neben den Produktionskosten belasten schwache Auftragseingänge und internationaler Wettbewerbsdruck die Branche.
Quelle: NDR / Foto: Fotolia