Autor: von Hubert Hunscheidt

30.06.2020

Bei verschlechterter Lage gestiegene Zukunftserwartungen

Nach dem leichten Anstieg im Mai verbesserten sich im Juni die Erwartungen der deutschen Zulieferindustrie mit Blick auf die nächsten sechs Monate sprunghaft. Der Saldo aus Optimisten und Pessimisten stieg von -33,8 auf -1,6 Punkte an und liegt damit nun nahe der Nulllinie. Dies ist der stärkste jemals gemessene Anstieg und zeigt, dass die Zahl der Zulieferer, die für die kommenden Monate mit stabileren Geschäftsaussichten rechnen, zugenommen hat. Andererseits wird die aktuelle Lage von den Unternehmen weiterhin als schlecht eingestuft. So sank der Saldo erneut deutlich um 4,6 Saldenpunkte auf - 53,1 Punkte. Damit hat sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage auf ein neues Rekordtief seit der Finanzkrise verschlechtert. Der Tiefpunkt lag im April 2009 bei einem Saldo von - 62,9 Punkten.

In der Gesamtbetrachtung zeigt sich ein besseres Stimmungsbild als in den vergangenen Wochen während des Lockdowns. Denn das Geschäftsklima der Zulieferindustrie hat sich im Juni von -41,3 auf -29,3 Punkte verbessert. Das verabschiedete Konjunkturpaket der deutschen Bundesregierung sowie die schrittweisen Lockerungen der Corona-Beschränkungen haben sicher einen Teil dazu beigetragen. Generell befindet sich die Stimmung jedoch weiter auf sehr niedrigem Niveau. Auch mit Blick auf die insgesamt schwache Auftragslage und die daraus folgenden Kapazitätsanpassungen in Form von Kurzarbeit dürfte nur mit einer langsamen Erholung zu rechnen sein.

Quelle und Grafik: ArGeZ Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie