Bei Industrierohstoffen besteht weiterhin Trend zu fallenden Preisen

von Hubert Hunscheidt

Im Vergleich zum Vormonat sank der HWWI-Rohstoffpreisindex im September um insgesamt 3,9 %. Mit Ausnahme des Teilindexes für Nahrungs- und Genussmittel (+0,3 %) sanken alle Segmente des Gesamtindex. Am stärksten war der Rückgang bei den Industrierohstoffen (-5,9 %). Aber auch die Energierohstoffe sanken um 4 %.

„Die Lage auf den Rohstoffmärkten wird weiterhin maßgeblich durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bestimmt. In einigen Märkten, zum Beispiel beim Rohöl und bei den Industrierohstoffen, wird inzwischen die zunächst preistreibende Wirkung aufgrund von Verknappung und spekulativem Überschießen der Nachfrage in der Anfangsphase des Krieges durch trübere Wachstumsaussichten gebremst. Dies wirkt sich preisdämpfend aus“, sagt Marina Eurich, Rohstoffexpertin im HWWI.

Index für Energierohstoffe: Ölpreis weiterhin rückläufig, Gas etwas günstiger als im Vormonat

Wie bereits in den Vormonaten sank der Rohölpreis im September erneut, und zwar um 7,5 %. Damit liegt der Preis immer noch im Vergleich zum September 2021 um 21,1 % höher.

Nach leichtem Rückgang im August stieg der Kohlepreis im September wieder um 6,3 % an. Er lag damit um 128,4 % über dem Wert im Vorjahresmonat.

Nach einem deutlichen Sprung von über 40 % im August war der Gaspreis im September leicht rückläufig und sank vergleichsweise moderat um 3,6 %. Im Jahresvergleich lag er um 106,3 % über dem Vorjahreswert von September 2021. Nach den starken Gaspreis- Anstiegen der letzten Monate dürften vorerst gefüllte Gasspeicher und die rezessiven Tendenzen den Preisdruck insbesondere auf dem US-Markt gesenkt haben.

Insgesamt stieg der Teilindex der Energierohstoffe im September um 4,0 % (Eurobasis: -1,9 %) auf 392,4 Punkte (Eurobasis: 454,3 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: Weiterhin Trend zu fallenden Preisen

Der Teilindex für Industrierohstoffe gliedert sich in den Index für agrarische Rohstoffe, den Index für Nichteisenmetalle und den Index für Eisenerz und Stahlschrott. Alle drei Teilindizes sanken im September, sodass der Index für Industrierohstoffe insgesamt um 5,9 % nachgab. Der Trend der Vormonate setzt sich somit fort.

Im Bereich der agrarischen Rohstoffe fällt der vergleichsweise starke Rückgang der Preise für Spinnstoffe (-9,8 %) auf. Insbesondere die Nachfrage nach Baumwolle ist aufgrund der Verwendung für Textilien stark konjunkturabhängig. Eine sinkende Nachfrage nach Konsumgütern sorgt hier möglicherweise für sinkende Preise, weil auch die Produzenten in einer wait and see-Haltung verweilen.

Insgesamt setzt sich die seit einigen Monaten anhaltende Entspannung der Lage bei den Industrierohstoffpreisen fort. Der Index für die Industrierohstoffe liegt nun um 14,9 % unter dem Vorjahreswert.

Insgesamt sank der Index für Industrierohstoffe im September im Monatsdurchschnitt um 5,9 % (Eurobasis: 3,8 %) auf 120,4 Punkte (Eurobasis: 139,1 Punkte).

Index für Nahrungs- und Genussmittel nahezu stabil

Der Teilindex für Nahrungs- und Genussmittel war im September nahezu stabil. Er stieg um 0,3 %, nachdem er in den drei Vormonaten jeweils nachgegeben hatte. Der Wert lag damit um 16,9 % über dem entsprechenden Vorjahreswert vom September 2021.

Insgesamt stieg der Index für Nahrungs- und Genussmittel im Monatsdurchschnitt um 0,3 % (Eurobasis: 2,5 %) und notierte bei 159,2 Punkten (Eurobasis: 183,6 Punkten).

Quelle: Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH (HWWI) / Foto: marketSTEEL

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