Automobilzulieferer Kirchhoff stärkt Dekarbonisierung

von Hubert Hunscheidt

Ziel der Vereinbarung ist die Integration CO₂-reduzierter und klimaneutraler Flachstähle in das Produktportfolio des Unternehmens.

Mit dem Schritt verfolgt Kirchhoff konsequent das Ziel, die Scope-3-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Arvzero-Stahlgüten von Arvedi, die als CO₂-neutral zertifiziert sind und auf einem hohen Anteil an recycelten Einsatzstoffen basieren.

Im Rahmen eines Besuchs in Cremona verschafften sich CEO J. Wolfgang Kirchhoff und Global EVP Procurement Michael Rank einen Eindruck von der Produktion vor Ort. Arvedi setzt auf eine kompakte, EAF-basierte Fertigung, bei der der Prozess vom flüssigen Stahl bis zum gewalzten Coil auf einer Linie von weniger als 200 Metern erfolgt. Diese integrierte Prozessführung gilt als effizient und energieoptimiert.

Die Vereinbarung definiert eine Roadmap für den schrittweisen Einsatz CO₂-reduzierter und klimaneutraler Stähle. Gleichzeitig unterstreicht sie die wachsende Bedeutung langfristiger Partnerschaften innerhalb der Stahlwertschöpfungskette, um Dekarbonisierungsziele industriell umzusetzen.

Für Kirchhoff ist die Kooperation ein weiterer Baustein in der strategischen Ausrichtung auf nachhaltigere Materialien und Prozesse – ein Thema, das insbesondere für die Automobilindustrie zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Die Arvedi-Gruppe zählt zu den führenden Stahlherstellern Italiens und verfügt über eine jährliche Produktions- und Verarbeitungskapazität von mehr als 5 Millionen Tonnen. Zum Produktportfolio gehören warmgewalzte Flachstähle, Edelstahlcoils, gebeizte und verzinkte Qualitäten sowie geschweißte Rohre und Präzisionsbänder. Wichtige Produktionsgesellschaften sind Acciaieria Arvedi mit über 3 Millionen Tonnen Coilproduktion pro Jahr, Arvedi Tubi Acciaio mit rund 650.000 Tonnen Rohrproduktion sowie Arinox mit mehr als 65.000 Tonnen Präzisionsband.