Autor: von Angelika Albrecht

07.06.2019

Auf und nieder: Preise für Öl und Metall

Frankfurt/M. - Energie: Die Ölpreise gerieten vorgestern erneut unter Druck. Brentöl rutschte unter die Marke von 60 USD je Barrel, WTI auf 50 USD. Auslöser war der kräftige US-Lageraufbau. Die US-Ölvorräte stiegen  in der letzten Woche um 22 Mio. Barrel. Die US-Rohölproduktion erreichte ein Rekordniveau von 12,4 Mio. Barrel pro Tag. Die Rohölimporte sprangen um mehr als 1 Mio. Barrel pro Tag nach oben. Ein so kräftiger Lageraufbau in den USA passt laut Commerzbank nicht so recht zusammen mit einem ansonsten unterversorgten Ölmarkt.

Auch in Kasachstan steigt das Ölangebot. Die Ölproduktion im Kashagan-Ölfeld soll angeblich ein Rekordniveau von 400 Tsd. Barrel pro Tag erreicht haben. Damit stellt sich auch die Frage, ob Kasachstan weiterhin Teil des „OPEC+"-Kürzungsabkommens sein wird, wenn dieses bis Jahresende verlängert wird.

Edelmetalle: Gold ist vorgestern zeitweise bis auf 1.345 USD je Feinunze gestiegen. Der Anstieg hängt wohl zum Teil mit dem schwachen US-Dollar und mit den schlechten US-Konjunkturdaten zusammen. Gestern hangelte Gold jedoch wieder bei gut 1.330 USD.

Ein weiterer Punkt, der den Goldpreis treibt, ist das wahrscheinliche Defizitverfahren der EU-Kommission gegen Italien wegen dessen hoher Staatsverschuldung. Nach Zustimmung der EU-Staaten kann das Verfahren in zwei Wochen eingeleitet werden. Italien würde dann konkrete Vorgaben und Auflagen erhalten, die Schulden zu senken. Ignoriert es diese, drohen Strafzahlungen und der Haushaltsstreit zwischen der EU und Italien würde eskalieren. Hiervon könnte Gold profitieren.

Industriemetalle: Die zaghafte Erholung an den Metallmärkten scheint schon wieder zu Ende. Kupfer fiel vorgestern unter 5.800 USD je Tonne.
Der Internationale Währungsfonds hat seine Prognose für das chinesische Wirtschaftswachstum leicht nach unten revidiert und auf weitere Abwärtsrisiken wegen des Handelskriegs mit den USA hingewiesen. Aluminium fiel gestern auf 1.765 USD je Tonne und notierte damit auf dem tiefsten Stand seit Januar 2017. Die Versorgungslage am Markt ist laut Commerzbank jedoch gut.

QuelleCommerzbank Commodity ResearchCommerzbank AG

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