ArcelorMittal und AWS treiben Digitalisierung und KI in der Stahlproduktion voran

von Hubert Hunscheidt

ArcelorMittal hat eine strategische Zusammenarbeit mit Amazon Web Services (AWS) bekannt gegeben, um die Digitalisierung und Automatisierung seiner weltweiten Produktionsstandorte zu beschleunigen. Im Mittelpunkt der Partnerschaft stehen der Einsatz von Cloud-Technologien, künstlicher Intelligenz (KI) und Edge-Computing-Lösungen zur weiteren Optimierung von Produktionsprozessen.

Durch die Integration von AWS-Technologien in die Fertigungsumgebungen will ArcelorMittal die Sicherheit, Anlagenverfügbarkeit und Energieeffizienz seiner Werke verbessern. Geplant ist, operative Technologien (OT) und Informationstechnologien (IT) auf einer gemeinsamen, skalierbaren Cloud-Infrastruktur zusammenzuführen. Dadurch sollen KI-Anwendungen direkt an den Produktionsstandorten eingesetzt werden können.

Zu den vorgesehenen Einsatzfeldern gehören unter anderem vorausschauende Wartung, KI-gestützte Qualitätskontrollen mittels Computer Vision, Prozessoptimierung sowie digitale Zwillinge von Anlagen und Produktionslinien. Mithilfe von industriellen IoT-Lösungen, Echtzeit-Sensordaten und maschinellem Lernen sollen Produktionsprozesse künftig noch stärker datenbasiert gesteuert werden.

Ein weiterer Bestandteil der Kooperation ist ein umfassendes Weiterbildungsprogramm für die weltweite Belegschaft von ArcelorMittal. AWS wird entsprechende Schulungsangebote entwickeln und bereitstellen, um den Einsatz digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz im Unternehmen zu fördern.

Neben der technologischen Zusammenarbeit haben beide Unternehmen auch eine langfristige Liefervereinbarung geschlossen. Im Rahmen eines mehrjährigen Supply Framework Agreements wird ArcelorMittal Baustahl für Amazon-Standorte und AWS-Rechenzentren in Europa und dem Vereinigten Königreich liefern. Dabei soll der CO₂-reduzierte Stahl der Marke XCarb® zum Einsatz kommen.

Mit der Vereinbarung unterstützen beide Unternehmen ihre Klimaziele und wollen die Dekarbonisierung des Bauwesens vorantreiben. Amazon verfolgt das Ziel, bis 2040 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, während ArcelorMittal seine Strategie zur Reduzierung der CO₂-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter ausbaut.

„Die nächste Stufe der digitalen Transformation in der Stahlindustrie findet direkt auf dem Shopfloor statt“, erklärte Nik Puri, Group CIO & CISO von ArcelorMittal. Durch die Verbindung von Cloud-Technologien und KI mit den Produktionsanlagen entstünden Werke, die Prozesse in Echtzeit erfassen, analysieren und optimieren können. Ziel seien sicherere, effizientere und nachhaltigere Produktionsabläufe entlang der gesamten Stahlwertschöpfungskette. Gleichzeitig betonte AWS die Bedeutung der Zusammenarbeit für die industrielle Nutzung von KI im großen Maßstab. Die Technologie werde dazu beitragen, Produktionsstandorte in 14 Ländern effizienter, sicherer und energieoptimierter zu betreiben.

Quelle und Foto: ArcelorMittal S.A.