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ArcelorMittal plant Ende der Stahlerzeugung in Duisburg

2. Sept. 2026 von Hubert Hunscheidt

ArcelorMittal plant einen weitreichenden Einschnitt an seinem Standort Duisburg-Ruhrort. Verschiedenen Medienberichten zufolge soll die Stahlerzeugung dort ab Oktober 2027 eingestellt werden. Das Unternehmen hat entsprechende Pläne bestätigt. Voraussetzung für die Umsetzung ist noch die Zustimmung des Aufsichtsrats.

Von der geplanten Stilllegung betroffen sind das Stahlwerk, die Stranggießanlage und das Knüppelwalzwerk. Nach Angaben von ArcelorMittal würden dadurch rund 550 Arbeitsplätze wegfallen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen am Standort derzeit rund 800 Mitarbeiter.

Weiterbetrieben werden soll dagegen das Drahtwalzwerk. Die dafür benötigten Knüppel sollen künftig nicht mehr in Duisburg erzeugt, sondern von anderen ArcelorMittal-Standorten sowie externen Lieferanten bezogen werden. Unter anderem soll das Konzernwerk in Hamburg Vormaterial nach Duisburg liefern.

Roheisenversorgung endet im September 2027

Hintergrund der geplanten Stilllegung ist das Auslaufen der bisherigen Versorgung mit flüssigem Roheisen von thyssenkrupp Steel. Seit 1997 wurde das Duisburger ArcelorMittal-Werk auf diesem Weg beliefert. Zuletzt umfassten die Lieferungen nach Angaben der IG Metall rund 750.000 Tonnen pro Jahr.

ArcelorMittal hatte den Liefervertrag bereits im Dezember 2024 zum Ende September 2027 gekündigt. Als wesentlichen Grund nannte das Unternehmen damals die steigenden CO₂-Kosten. Versuche, für die Zeit danach Roheisen aus anderen Quellen zu wirtschaftlich tragfähigen Konditionen zu beziehen, blieben dem Bericht zufolge ohne Erfolg.

Auch eine Umstellung der Duisburger Stahlproduktion auf einen Elektrolichtbogenofen wurde geprüft. Diese Variante erwies sich nach Angaben des Unternehmens ebenfalls als wirtschaftlich nicht tragfähig.

Schwierige Rahmenbedingungen für europäische Stahlindustrie

Neben der Rohstoffversorgung verweist ArcelorMittal auf die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen für die europäische Stahlindustrie. Weltweite Überkapazitäten, hoher Importdruck sowie Energie- und CO₂-Kosten belasten die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Standorte.

Die Entscheidung trifft einen traditionsreichen Stahlstandort im Ruhrgebiet. Sollte der Aufsichtsrat den Plänen zustimmen, würde mit dem Ende der Roheisenversorgung Ende September 2027 auch die integrierte Stahlerzeugung bei ArcelorMittal in Duisburg auslaufen. Das Werk würde sich anschließend auf die Weiterverarbeitung von zugelieferten Knüppeln zu Walzdraht konzentrieren.

Der Betriebsrat hat für den 7. September zwei Betriebsversammlungen angekündigt. Gespräche über einen Sozialplan für die betroffenen Beschäftigten sollen ebenfalls im September beginnen.

Quelle WDR / Foto: marketSTEEL



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