ArcelorMittal liefert CO₂-reduzierten Stahl für zirkuläres Nutzfahrzeugkonzept
von Hubert Hunscheidt
Das batterieelektrische Abfallsammelfahrzeug wurde gemeinsam mit 33 Partnern entlang der automobilen Wertschöpfungskette entwickelt, mit dem Ziel, den Einsatz recycelter Materialien deutlich zu erhöhen und gleichzeitig sämtliche Anforderungen an Sicherheit, Haltbarkeit und Leistung zu erfüllen. Eine TÜV-zertifizierte Analyse zeigt, dass künftig bis zu 80 Prozent der eingesetzten Materialien – darunter Stahl, Aluminium, Glas und Kunststoffe – durch recycelte, biobasierte oder erneuerbare Alternativen ersetzt werden könnten, wodurch sich die CO₂-Emissionen in der Fahrzeugproduktion um bis zu 36 Prozent reduzieren lassen.
Stahl spielt dabei eine zentrale Rolle: ArcelorMittal hat XCarb® recycelten und erneuerbar produzierten Stahl für zentrale Strukturkomponenten des reECONIC-Konzeptfahrzeugs geliefert. In den eingesetzten Komponenten wurde ein durchschnittlicher Recyclinganteil von rund 88 Prozent erreicht, wodurch sich die CO₂-Emissionen im Vergleich zu konventionellen Produktionsrouten um etwa 60 bis 70 Prozent (Cradle-to-Gate) senken lassen. Der Stahl kommt insbesondere in sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Längsträgern sowie in Strukturkomponenten des Aufbaus zum Einsatz.
Ein wesentliches Ergebnis des Projekts ist zudem die industrielle Skalierbarkeit: Die Integration von CO₂-reduziertem Stahl erfordert keine grundlegenden Änderungen an bestehenden Fahrzeugdesigns oder Fertigungsprozessen. Die eingesetzten Materialien erfüllen die Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Haltbarkeit im Nutzfahrzeugbereich und sind bereits heute in Serienmengen verfügbar.
Die Zusammenarbeit zwischen ArcelorMittal und Daimler Truck geht dabei über eine klassische Lieferantenbeziehung hinaus und basiert auf transparentem Carbon Accounting, zertifizierten Materialdaten sowie der gemeinsamen Entwicklung skalierbarer Lösungen für eine emissionsärmere Mobilität. Projekte wie reECONIC zeigen, dass die Dekarbonisierung im Nutzfahrzeugsektor nicht nur über alternative Antriebe erfolgt, sondern ebenso über Materialien, Lieferketten und Produktionsprozesse vorangetrieben wird.
Der reECONIC wird erstmals auf der Umwelttechnologiemesse IFAT in München vorgestellt und anschließend unter realen Bedingungen erprobt. Parallel prüfen die Projektpartner, wie sich Materialien, Prozesse und Lieferketten aus dem Konzept in eine Serienproduktion überführen lassen.
Quelle und Foto: ArcelorMittal Germany GmbH