ArcelorMittal Europe legt Pfad für Netto-Nullwert bis 2050 fest

Berlin - ArcelorMittal Europe, Europas größter Stahlproduzent, hat am 25. Juni seinen ersten Klimaschutzbericht veröffentlicht. Darin präsentiert das Unternehmen die Technologien, mit denen das Unternehmen seine CO2-Emissionen bis 2030 um 30 % senken kann und bis 2050 CO2-neutral sein wird.

ArcelorMittal Europe investiert in zwei Wege zur Kohlenstoffneutralität: Smart Carbon und ein innovativer DRI-basierter Weg. Dem Unternehmen ist es wichtig, jetzt zu handeln, um die CO2-Emissionen zu reduzieren, im Einklang mit dem Green Deal der EU und dem Pariser Klimaschutzabkommen.

ArcelorMittal Europe plädiert zudem für einen neuen politischen Rahmen, um die Industrie bei ihrem Übergang zur CO2-Neutralität zu unterstützen und nennt fünf Marktbedingungen, die für die europäischen Stahlproduzenten erforderlich sind, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.    


In seinem Klimaschutzbericht gibt das Unternehmen Einzelheiten zu den Plänen bekannt, wie das Unternehmen bis zum Jahr 2050  CO2-neutral werden soll. Aufbauend auf der Arbeit des Unternehmens,einen CO2-neutralen Prozess zur Stahlherstellung zu demonstrieren, gibt der Bericht Details über laufende Arbeiten zur Senkung der Emissionen um 30 % bis 2030, bevor im Jahr 2050 der Netto-Nullwert erreicht wird.  Das Unternehmen geht als Pionier bei zwei bahnbrechenden CO2-neutralen Wegen für die Stahlerzeugung voran: Smart Carbon und ein innovativer DRI-basierter Weg. 

Smart Carbon ist ein CO2-neutraler Stahlerzeugungsprozess, der alle sauberen Energien - zirkulären Kohlenstoff, saubere Elektrizität und Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) - in der hochtemperaturgesteuerten Reduktionsumgebung der Eisenherstellung nutzt. In seiner ersten Phase wird Smart Carbon vorrangig zirkulären Kohlenstoff einsetzen.  

Die Erzielung einerCO2-neutralen Stahlerzeugung mittels DRI (Direct Reduced Iron – direktreduziertes Eisen) bedeutet den Übergang der Verwendung von mehrheitlich Erdgas zu Wasserstoff als dem wichtigsten Reduktionsmittel in der Eisenerzeugung. Sobald dieser Wasserstoff „grün” wird, nähert sich der Stahlerzeugungsprozess der Kohlenstoffneutralität.

Während sowohl die Smart Carbon-Route als auch die DRI-basierte Route das Potenzial haben, bis 2050  CO2-neutralen Stahl zu liefern, besteht der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Wegen darin, dass Smart Carbon dank des Einsatzes ergänzender Technologien, die einen schrittweisen Fortschritt ermöglichen, früher Ergebnisse erzielen kann.  Smart Carbon hat das einzigartige Potenzial, nicht nur CO2-neutralen Stahl, sondern auch CO2-neutralen Zement und die Bausteine zur Herstellung von recycelten Kohlenstoffmaterialien als Ersatz für Kunststoffe auf Polyethylen-Basis zu liefern. Smart Carbon kann auch durch den verstärkten Einsatz von zirkulärem Kohlenstoff zur Entfernung von CO2Pressemitteilung beitragen, wobei nachhaltige Biomasse und Abfälle verwendet werden, kombiniert mit dem vermehrten Einsatz von CCS. 

Mit der Investition in beide Wege - und in Anerkennung der Notwendigkeit, jetzt zu handeln, um den Klimawandel zu bekämpfen - bedeutet dies, dass ArcelorMittal Europe die CO2-Emissionen  in Scope 1* - die alle Prozessemissionen einschließen - bis 2030 gegenüber dem Ausgangsjahr 2018 erheblich reduzieren kann, während auf die groß angelegte, bezahlbare erneuerbare Energie gewartet wird, die für die wasserstoffbasierte Stahlerzeugung erforderlich ist.  

Das Ziel von ArcelorMittal Europe für das Jahr 2030 besteht daher in der Kombination von Smart-Carbon-Technologien und einem erhöhtem Einsatz von Schrott, insbesondere durch die Entwicklung neuer Wege zur verstärkten Verwendung von minderwertigem Schrott - der schwer zu recyceln ist - im primären Stahlproduktionsprozess.  

Auf längere Sicht haben beide Wege das Potenzial, alle drei sauberen Energien zur Erreichung der Klimaneutralität wirksam einzusetzen. Diese lauten:

  • saubere Elektrizität (die aus Quellen wie Sonne und Wind erzeugt wird)

  • zirkulärer Kohlenstoff (Nutzung von Bioabfallmaterialien, wie z. B. nachhaltige forst- und landwirtschaftliche Rückstände, zur Erzeugung von Bioenergie)

  • Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (Abscheidung von CO2 vor der Emission, Transport und sichere unterirdische Lagerung) 

Zu den mittelfristig erforderlichen Marktbedingungen gehören laut ArcelorMittal:

  1. Die Schaffung eines Umfelds, in dem CO2-neutraler Stahl wettbewerbsfähiger ist als Stahl, der nicht CO2-neutral ist.
  2. Ein faires wettbewerbsorientiertes Umfeld, das dem globalen Charakter des Stahlmarktes Rechnung trägt und sich mit der inländischen, der Import- und der Exportdynamik von Stahl sowie mit der Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärquellen zur Stahlherstellung befasst.
  3. Zugang zu nachhaltiger Finanzierung, um Innovationen und langfristige Investitionen zu tätigen.
  4. Zugang zu ausreichend vorhandener, bezahlbarer sauberer Energie: Das Ausmaß des Energiebedarfs der Stahlindustrie ist so groß, dass konzertierte sektorübergreifende und staatliche Anstrengungen erforderlich sind, um die notwendige Infrastruktur für saubere Energie zu entwickeln.
  5. Öffentliche Instrumente zur Beschleunigung des Einsatzes innovativer Technologien für den Übergang zu CO2-neutraler Stahlerzeugung.


Den ausführlichen Bericht von ArcelorMittal finden Sie HIER


Über ArcelorMittal Deutschland

Mit einem Produktionsvolumen von rund 8 Millionen Tonnen Rohstahl ist ArcelorMittal einer der größten Stahlhersteller Deutschlands. Auto-, Bau- und Verpackungsindustrie gehören ebenso zum Kundenkreis wie der Bereich Haushaltswaren. Das Unternehmen betreibt vier große Produktionsstandorte in Deutschland. Dazu gehören zwei integrierte Flachstahlwerke in Bremen und Eisenhüttenstadt sowie zwei Langstahlwerke in Hamburg und Duisburg. Außerdem unterhält der Konzern mit ArcelorMittal Construction in Sandersdorf/ Brehna einen Produktionsstandort mit Vertrieb für Sandwichpaneele sowie Profilier-Anlagen für Kassetten-,Trapez-, Trag-, Design- und Wellprofile. Darüber hinaus verfügt die Gruppe über ein stark ausgeprägtes Vertriebsnetz in Deutschland mit vier Stahl-Servicezentren sowie 13 Stahlhandelsstandorten. ArcelorMittal beschäftigt in Deutschland rund 9.000 Angestellte.


ArcelorMittal weltweit

ArcelorMittal ist das weltweit führende Stahl- und Bergbauunternehmen mit einer Präsenz in 60 Ländern und primären Stahlproduktionswerken in 18 Ländern. Im Jahr 2019 erzielte ArcelorMittal einen Umsatz von 70,6 Milliarden US-Dollar und eine Rohstahlproduktion von 89,8 Millionen Tonnen, während die Eisenerzproduktion 57,1 Millionen Tonnen erreichte. Ziel des Unternehmens ist es u.a. Stähle mit innovativen Verfahren herzustellen, die weniger Energie verbrauchen, deutlich weniger CO2 ausstoßen und Kosten senken. Stähle, die sauberer, fester und wiederverwendbar sind. 

ArcelorMittal ist an den Börsen von New York (MT), Amsterdam (MT), Paris (MT), Luxemburg (MT) und an den spanischen Börsen von Barcelona, Bilbao, Madrid und Valencia (MTS) notiert.  

Quelle und Vorschaubild: ArcelorMittal Deutschland  

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