ArcelorMittal bestätigt Bau eines Elektrolichtbogenofens in Dünkirchen

von Hubert Hunscheidt

ArcelorMittal hat den Bau eines Elektrolichtbogenofens am Stahlstandort Dünkirchen offiziell bestätigt. Das Projekt umfasst ein Investitionsvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro und gilt als zentraler Schritt zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion des Konzerns in Frankreich. Die Inbetriebnahme der Anlage mit einer geplanten Kapazität von zwei Millionen Tonnen pro Jahr ist für 2029 vorgesehen.

Im Vergleich zur klassischen Hochofenroute soll der neue Ofen die CO₂-Emissionen je Tonne Stahl auf etwa ein Drittel reduzieren. Grundlage ist der Einsatz eines Rohstoffmixes aus Schrott, HBI/DRI und Roheisen. Rund die Hälfte der Investitionssumme wird über Energieeffizienz-Zertifikate finanziell unterstützt, ein regulatorisches Instrument zur Förderung von Energieeinsparungen und Emissionsminderungen.

Der Konzern verweist zudem auf verbesserte industriepolitische Rahmenbedingungen in Europa. Dazu zählen insbesondere geplante Anpassungen bei Importregelungen über Zollkontingente sowie Reformen des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus, die aus Sicht des Unternehmens faire Wettbewerbsbedingungen für die europäische Stahlindustrie stärken sollen. Ergänzend wurde in Frankreich ein langfristiger Stromliefervertrag für CO₂-armen und wettbewerbsfähigen Strom geschlossen, der die Energieversorgung des Projekts absichert.

Parallel investiert ArcelorMittal am nahegelegenen Standort Mardyck rund 500 Millionen Euro in eine neue Produktionseinheit für Elektrobandstahl. Die Anlage soll die wachsende Nachfrage nach elektrifizierten Anwendungen in Industrie und Automobilsektor unterstützen und erweitert das europäische Produktportfolio des Unternehmens.

Mit dem Projekt in Dünkirchen unterstreicht ArcelorMittal seine langfristige industrielle Präsenz in Frankreich sowie die strategische Ausrichtung auf eine CO₂-ärmere Stahlproduktion in Europa.

Quelle: Arcelor Mittal / Foto: marketSTEEL