Antwerpener Erklärung fordert schnelle industriepolitische Maßnahmen der EU

von Hubert Hunscheidt

Im Vorfeld der Beratungen europäischer Staats- und Regierungschefs in Alden Biesen hat die Industrie mit der sogenannten Antwerpener Erklärung zu raschen und weitreichenden Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Europas aufgerufen. Hintergrund sind anhaltend hohe Energie- und CO₂-Kosten, zunehmender globaler Wettbewerbsdruck sowie wachsende Standortschließungen und Arbeitsplatzverluste in zentralen Industriezweigen.

Nach Einschätzung der Unterzeichner haben sich wesentliche wirtschaftliche Kennzahlen in Europa zuletzt kaum verbessert. Gleichzeitig treiben Wettbewerber wie China und die USA ihre Industrie- und Dekarbonisierungsstrategien entschlossen voran. Europa drohe daher, bei Investitionen, Innovation und industrieller Wertschöpfung weiter zurückzufallen, sofern keine kurzfristigen Gegenmaßnahmen erfolgen.

Die Erklärung fordert insbesondere Fortschritte in drei zentralen Bereichen: eine deutliche Senkung der Energie- und CO₂-Kosten, fairere globale Handelsbedingungen mit besserem Zugang zu Finanzmitteln sowie stärkere Nachfrage nach klimaneutralen und kreislauffähigen Produkten aus europäischer Produktion. Zudem müsse der Binnenmarkt konsequent gestärkt und Fragmentierungen überwunden werden, um Investitionen und Wachstum zu ermöglichen.

Ziel der Initiative ist ein industriepolitisches Maßnahmenpaket, das bereits ab 2026 konkrete Wirkung in Produktion, Beschäftigung und Dekarbonisierung entfaltet. Die europäische Industrie betont dabei, keinen Schutz vor Wandel zu verlangen, sondern verlässliche Rahmenbedingungen, um Transformation, Innovation und nachhaltige Wertschöpfung in Europa aktiv voranzutreiben.