Andritz baut Technologieportfolio für Elektrostahlproduktion weiter aus

von Hubert Hunscheidt

Der österreichische Technologiekonzern Andritz treibt die Entwicklung neuer Lösungen für die Produktion von Elektrostahl voran. Im Mittelpunkt steht ein neu entwickeltes Ofenkonzept mit vollständig modularem Aufbau, das eine besonders schnelle Installation ermöglichen soll.

Nach Angaben des Unternehmens ist das System darauf ausgelegt, Effizienz und Produktionsflexibilität in der Elektrostahlherstellung zu verbessern. Der erzeugte Elektrostahl kann direkt in bereits von Andritz installierte Weiterverarbeitungslinien integriert werden.

Mit der Markteinführung des Sundwig MonoBlock – eines 20-Walzen-Walzwerks für die Herstellung von kaltgewalztem Band – verfügt Andritz nun über ein vollständiges Portfolio von Mehrwalzwerken zur Produktion von Elektrostahl in sehr dünnen Bandstärken. Das Unternehmen positioniert sich damit zunehmend als Komplettanbieter für die Herstellung von nicht kornorientiertem Elektrostahl (NOES), der vor allem in Elektromotoren und Transformatoren eingesetzt wird.

Zur Stärkung dieser Strategie hat Andritz im Dezember eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an dem chinesischen Unternehmen Baoding Sanzheng Electrical Equipment erworben. Das Unternehmen mit Sitz in der Provinz Hebei ist auf Lösungen im Bereich der Induktionsheizung spezialisiert. Durch die Integration erweitert Andritz sein Portfolio um zusätzliche Technologien für Wärmebehandlungsprozesse.

Bereits zuvor hatte Andritz mit der Übernahme der Salico Group – einem Anbieter von Anlagen für die Weiterverarbeitung von Flachstahl – seine Position im Bereich der Metallverarbeitungstechnologien ausgebaut. Salico verfügt über Standorte in Italien und Spanien und entwickelt unter anderem Anlagen für Schneid- und Finishingprozesse.

Die Metallsparte von Andritz verzeichnete im Jahr 2025 einen Auftragseingang von 1,48 Milliarden Euro und lag damit rund 13 Prozent unter dem Vorjahreswert. Nach Unternehmensangaben verschiebt sich die Nachfrage derzeit zunehmend in Richtung kleinerer Projekte, Modernisierungen bestehender Anlagen sowie Anwendungen außerhalb der klassischen Automobilindustrie, beispielsweise im Verteidigungssektor.

Auf Konzernebene entwickelte sich der Auftragseingang dagegen positiv. Die Andritz-Gruppe – zu der neben der Metallsparte auch die Bereiche Wasserkraft, Zellstoff & Papier sowie Energie und Umwelt gehören – erreichte 2025 einen Auftragseingang von insgesamt 8,9 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Quelle und Foto: Andritz AG