16. November 2026: Nationaler Stahlgipfel in Salzgitter

von Hubert Hunscheidt

Die deutsche Stahlindustrie kommt am 16. November 2026 zu einem nationalen Stahlgipfel in Salzgitter zusammen. Auf Einladung des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums beraten Vertreter der Stahlunternehmen, der Politik und der Gewerkschaft IG Metall über die Zukunft der Branche. Wie der Branchendienst Kallanish laut EUROMETAL berichtet, soll ein gemeinsames Positionspapier der Stahlindustrie und der IG Metall im Mittelpunkt der eintägigen Veranstaltung stehen.

Zu den Teilnehmern aus der Politik gehören die Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister der beiden bedeutenden Stahlstandorte Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auf Unternehmensseite werden unter anderem die Führungsspitzen von SHS Stahl-Holding Saar, GMH Gruppe, Swiss Steel und ArcelorMittal Germany erwartet.

Auch Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG und Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, nimmt an dem Gipfel teil. Die IG Metall wird durch ihren Zweiten Vorsitzenden Jürgen Kerner vertreten.

Gemeinsames Positionspapier von Industrie und Gewerkschaft

Im Zentrum des Treffens steht eine gemeinsame Positionierung der Stahlindustrie und der IG Metall. Damit wollen Unternehmen und Arbeitnehmervertreter ihre Anliegen gegenüber der Politik bündeln.

Der Gipfel findet in einer für die deutsche Stahlindustrie schwierigen Phase statt. Hohe Energiepreise, internationaler Wettbewerbsdruck und die Finanzierung der Dekarbonisierung stellen die Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Zugleich geht es um die Sicherung industrieller Wertschöpfung und Beschäftigung am Standort Deutschland.

Welche konkreten Forderungen das gemeinsame Positionspapier enthalten wird, geht aus der bisherigen Ankündigung nicht hervor.

Tarifkonflikt begleitet die Gespräche

Der Stahlgipfel fällt zudem in eine Phase tarifpolitischer Spannungen. Die IG Metall hat für die Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie eine Entgelterhöhung von fünf Prozent gefordert. Die Arbeitgeber wiesen diese Forderung angesichts der wirtschaftlich schwierigen Lage der Branche zurück.

Damit treffen beim Stahlgipfel gemeinsame industriepolitische Interessen und unterschiedliche Positionen in der Tarifpolitik aufeinander.

Nach Angaben von EUROMETAL handelt es sich um eines der größten Treffen dieser Art seit den Stahlgesprächen des vergangenen Jahres.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen