Vom Stahlunternehmen zum Technologie- und Innovationsführer

Interview mit Herrn Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA, Mitglied im Vorstand voestalpine AG

 

marketSTEEL: Wie schaffte voestalpine den Sprung zum Technologie- und Industriegüterkonzern? Und warum hat dies voestalpine angestrebt?

Dr. Peter Schwab:

Durch eine konsequent verfolgte „Downstream-Strategie“ hat sich der voestalpine-Konzern in den letzten 15 Jahren von einem klassischen Stahlunternehmen zu einem weltweiten Technologie- und Innovationsführer entwickelt. Zwei Drittel des Produktportfolios entfallen mittlerweile auf die Weiterverarbeitung von Stahl für anspruchsvolle Industriesegmente wie Automotive, Bahninfrastruktur, Luftfahrt oder Maschinenbau.

Auch in Zukunft wird die voestalpine verstärkt in Segmenten mit höchsten Technologie- und Qualitätsansprüchen wachsen. Dabei wird die Wertschöpfungskette weiter in Richtung Endkunden ausgebaut. Im Vordergrund steht dabei wertsteigendes Wachstum.

 

marketSTEEL:  Innovation ist eine wesentliche Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit. Wie ist voestalpine vom Stahlhersteller und –verarbeiter kreativ geworden?

Dr. Peter Schwab:

Die voestalpine legt seit jeher großen Wert auf die Themen Forschung & Entwicklung und Innovation. Dies spiegelt sich in unserem enormen F&E Budget von aktuell 159 Mio. EUR wider.

Insbesondere die Zukunftsbranche Mobilität ist ein wesentlicher Innovationstreiber. Mit ihrer kombinierten Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz ist die voestalpine ein wichtiger strategischer Partner der Premium-Automobilindustrie. Daraus resultieren Innovationen wie phs-ultraform® und phs-directform® oder compacore®.

Darüber hinaus braucht es das Durchhaltevermögen, eine Vision konsequent zu verfolgen und sie in die Realität umzusetzen. Das ist oft ein Hindernislauf und kein Spaziergang.

 

marketSTEEL: Digitalisierung ist in aller Munde und die digitale Transformation hat eine zentrale Bedeutung. Wie treibt voestalpine die digitale Transformation voran?

Dr. Peter Schwab:

Automatisierte und digitalisierte Prozesse sind für die voestalpine kein neuer „Trend“, sondern längst gelebte Praxis. Dazu gibt es im Konzern bereits eine Vielzahl von innovativen Anwendungen, zum Beispiel der Einsatz von Datenbrillen. Diese unterstützen im Instandhaltungsbereich die globale Kommunikation der Servicetechniker während sie im Bereich der Fertigung auf eine Reduktion der kognitiven Belastung der Mitarbeiter abzielen.

Im Zuge der Digitalisierung verändert die voestalpine aber nicht nur ihre eigenen Produktions- und Instandhaltungsprozesse, sondern auch die Kommunikationswege zu ihren Kunden. Ein Vorreiter darin ist die voestalpine Metsec, eine Tochtergesellschaft in England, die komplexe Infrastrukturprojekte über die gesamte Wertschöpfungskette digital abbilden kann.

Im Rahmen unserer Digitalisierungs-Roadmap zeichnen wir ein klares Bild der digitalen Zukunft in der voestalpine. Die darin definierten Maßnahmen setzen wir konsequent um.

 

marketSTEEL: Digitalisierung ist auch die Basis von intelligenten Wertschöpfungsketten. Wie treibt voestalpine das Thema voran?

Dr. Peter Schwab:

Digitalisierung betrifft in der voestalpine nicht nur primäre und sekundäre Wertschöpfungsketten, also die Produktionsprozesse und unterstützende Prozesse wie beispielsweise den Einkauf. Wir rücken den Kundennutzen auch in unserer langfristigen Digitalisierungsstrategie ins Zentrum. Das führt zwangsläufig zur Entwicklung neuer Produkte und Services und kann letztendlich sogar in gänzlich neue Geschäftsmodelle resultieren. Dazu braucht es neben einer modernen IT-und Technologie-Landschaft insbesondere die richtige Kultur und die besten Mitarbeiter.

 

Die voestalpine AG ist ein weltweit agierender österreichischer stahlbasierter Technologie- und Industriegüterkonzern mit Sitz in Linz. Herrn Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab ist Mitglied im Vorstand voestalpine AG.

Die Metal Forming Division ist das Kompetenzzentrum der voestalpine für hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte sowie für einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen.

Weitere Informationen unter: www.voestalpine.com/metalforming

Foto: voestalpine

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