Investition in Riesa: „Ein starkes Signal für den Markt“
von Dagmar Dieterle-Witte
Uwe Reinecke, General Manager bei FERALPI STAHL, über das neue Spooler-Walzwerk, Marktentwicklung und Partnerschaften
Herr Reinecke, wie ist die große Investition in Riesa verlaufen? Hat sich das Projekt bewährt – und welche Neuerungen gibt es?
Die Investition hat uns im Projektmanagement durchaus einige graue Haare beschert – aber ich würde sagen: positive graue Haare.
Wir haben es geschafft, in weniger als drei Jahren ein neues, Scope-1-emissionsfreies Spooler-Walzwerk in Betrieb zu nehmen. Offiziell wurde die Anlage am 15. Mai 2025 eröffnet, tatsächlich haben wir aber bereits Ende Februar mit der Produktion begonnen.
Aktuell befinden wir uns gemeinsam mit dem Anlagenbauer Danieli in der finalen Phase. Wie so oft gibt es dabei einen Zielkonflikt: Wir möchten produzieren, während parallel noch Performance-Tests durchgeführt werden. Unser Ziel ist es, im Sommer die endgültige Abnahme des Walzwerks zu erreichen. Insgesamt sind wir mit dem Projektverlauf sehr zufrieden.
Die Investition ist für uns auch ein klares Bekenntnis zum Standort Riesa und zur industriellen Wertschöpfung in Deutschland.
Wie entwickelt sich die Produktion und Qualität im laufenden Betrieb?
Wir sind im Jahr 2025 im Einschichtbetrieb gestartet und fahren seit Beginn des Jahres 2026 das Spooler-Walzwerk zweischichtig. Von Beginn an erzielen wir eine gute bis sehr gute Produktqualität – das ist für uns ein wichtiger Beleg dafür, dass die Richtung stimmt. Die Spooler-Coils bieten insbesondere in automatisierten Anwendungen bei unseren Kunden Vorteile bei den Maschinenlaufzeiten und damit in der Produktivität. Zugleich adressieren wir mit ihnen die wachsenden Anforderungen an CO₂-reduzierte Baustähle.
Besonders erfreulich ist die schnelle Marktakzeptanz. In Polen haben wir unmittelbar einen starken Absatzmarkt gefunden, da das Spooler-Produkt dort bereits etabliert ist.
Auch in Deutschland sehen wir eine positive Entwicklung. Aktuell arbeiten wir mit sechs bis sieben Kunden eng zusammen, um das neue Produkt gemeinsam weiter im Markt zu etablieren. Dabei leisten wir intensiven technischen Support. Gerade bei neuen Produkten ist es entscheidend, Kunden zu haben, die diesen Weg aktiv mitgehen – und das ist bei uns der Fall. Dafür gilt unser besonderer Dank unseren Kunden.
Welche Rolle spielen Partnerschaften bei einem Projekt dieser Größenordnung?
Partnerschaften sind ein zentraler Erfolgsfaktor. Bei unserem neuen Spooler-Walzwerk in Riesa haben wir mit Danieli als erfahrenen und technologisch führenden Anlagenbauer zusammengearbeitet – und das sehr erfolgreich.
Die Zusammenarbeit war von Anfang bis Ende sehr partnerschaftlich geprägt, fair und auf Augenhöhe. Das ist keineswegs selbstverständlich, gerade bei komplexen Industrieprojekten.
Das Projekt zeigt, wie wichtig verlässliche Partner für die Umsetzung solcher Investitionen sind.
Vielen Dank für das Interview