Almatis setzt auf regionale Produktion gegen wachsende Volatilität
von Dagmar Dieterle-Witte
Energiepreise, Lieferketten und schwankende Nachfrage erhöhen den Druck auf die Industrie. Chuck Compson erklärt, warum Almatis auf ein dezentrales Produktionsnetz setzt.
Die vergangenen Jahre haben auch die Märkte für Feuerfest- und Keramikprodukte verändert. Schwankungen bei Nachfrage, Energie und Logistik treten nach Einschätzung von Almatis inzwischen häufiger auf. Chuck Compson sieht im international verteilten Produktionsnetz des Unternehmens einen Vorteil.
marketsteel: Herr Compson, die vergangenen Jahre waren von volatilen Märkten, Energiepreisschocks und Problemen in den Lieferketten geprägt. Wie geht Almatis damit um?
Chuck Compson: Volatilität tritt heute regelmäßiger und häufiger auf. Das betrifft die Nachfrage ebenso wie Logistik, Lieferketten und Energie. Ein Vorteil für uns ist, dass wir mit kleineren Produktionsstandorten in verschiedenen Regionen der Welt vertreten sind. Wenn eine Region von bestimmten Problemen betroffen ist, trifft uns das weniger stark als bei einer stark zentralisierten Produktion.
marketsteel: Bedeutet das auch, stärker für den jeweiligen regionalen Markt zu produzieren?
Compson: Unsere Lieferketten sind weitgehend auf die Kunden in der jeweiligen Region ausgerichtet. Natürlich sind auch wir nicht vollständig von globalen Entwicklungen unabhängig. Aber mit einer stärker regionalisierten Struktur können wir Auswirkungen besser begrenzen und flexibler reagieren.
marketsteel: Welche Faktoren werden für künftige Standortentscheidungen besonders wichtig?
Compson: Vor allem Energie und Wasser. Beide werden für die Produktion zunehmend zu kritischen Faktoren und können sehr unmittelbar Einfluss auf Betrieb und Geschäftsentwicklung haben. Deshalb müssen wir bei künftigen Investitionen genau betrachten, wo wir wachsen und wie stark wir lokal präsent sein müssen.
Fotos: marketSTEEL